05. 05. 2006 10:52

Steigende Tendenz bei Fahrzeugbränden - Aktion der Oberösterreichischen für mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen

Linz, den 4.5.2006 - Die Oberösterreichische Versicherung unterstützt im Rahmen einer gemeinsamen bundesländerübergreifenden Aktion mit den Länderversicherern den Ankauf von Feuerlöschern.

 

Durchschnittlich rund 700 Fahrzeugbrände gibt es laut der Brandverhütungsstelle für OÖ (BVS) jährlich in Österreich. Das bedeutet statistisch gesehen, dass jeden Tag mindestens zwei Autos österreichweit in Flammen stehen. Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher, zählt doch für die Statistik der BVS ein Fahrzeugbrand erst ab einer Schadensumme von 2.000 Euro. Andere Statistiken, wie jene des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes sprechen von fünf Fahrzeugbränden pro Tag - mit steigender Tendenz. Für die eigene und für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer gilt daher mehr denn je: Der Feuerlöscher gehört zur Standardausrüstung im Auto. Die Oberösterreichische unterstützt dies nun mit der neuen Aktion "Feuerlöscher an Bord" gemeinsam mit den Länderversicherern. Gleichzeitig richten die Länderversicherer auch einen Appell an die Autoindustrie: Es ist Zeit zum Handeln!

 

Fahrzeugbrand: Hohe Gefahr für Insassen

Fahrzeugbrände bedeuten nicht nur erhebliche Sachschäden, sondern vor allem auch eine Gefährdung von Menschenleben. Jahr für Jahr sterben Menschen in den Flammen beziehungsweise erleiden schwerste Verbrennungen, bis sie von den Einsatzkräften gerettet werden können. Auslöser für Fahrzeugbrände sind vorrangig Unfälle, aber auch durch eine Überhitzung der Bremstrommeln oder des Katalysators, durch Vergaserbrand oder durch undichte Ölleitungen können Autos in Brand geraten. Ein Autobrand kann damit jeden Fahrer treffen.

 

Die Brandverhütungsstelle für OÖ erfasst Jahr für Jahr statistisch jene Fahrzeugbrände, die bei den Versicherungsgesellschaften aktenkundig werden. Die Grenze liegt bei einer Schadenssumme von mindestens 2.000 Euro. In Oberösterreich waren dies im Vorjahr 82 Fahrzeugbrände, hochgerechnet auf ganz Österreich liegt der Wert bei rund 700 Bränden im Jahr. Dies entspricht durchschnittlich zwei am Tag. "Bei diesen handelt es daher um schwere Autobrände mit entsprechenden Folgen für Menschen und Fahrzeug", klärt Dr. Arthur A. Eisenbeiss, Direktor der Brandverhütungsstelle für OÖ auf.

 

Leichte Autobrände sind in dieser Zahl dagegen nicht erfasst, ebenso keine LKW-, Traktor- und Kleinfahrzeugbrände. Die Berechnungen zur Gesamtzahl von Fahrzeugbränden gehen beispielsweise in der Statistik des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes von rund 1.800 bis 1.900 Fahrzeugbränden aus. Demnach brennen durchschnittlich fünf Fahrzeuge täglich - Fahrzeugbrände sind daher eine reale Gefahr auf Österreichs Straßen.

 

Auffällig ist die steigende Tendenz der Fahrzeugbrände: Die Brandverhütungsstelle für Oberösterreich zählte 2003 noch 72 Fahrzeugbrände in Oberösterreich mit einem Gesamtschaden von über 2.000 Euro, ein Jahr darauf stieg die Zahl auf 78. Im Vorjahr erhöhte sich der Wert auf 82. Die steigende Tendenz spiegelt sich auch in den Statistiken des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes wider.

 

Österreichweit koordinierte Aktion für mehr "Feuerlöscher an Bord"

"Je besser die Autos mit Feuerlöschern ausgestattet sind, desto sicherer ist jeder Fahrer in Österreich unterwegs, denn wie die Statistiken zeigen, kann jeder jederzeit von einem Fahrzeugbrand betroffen sein", bringt Dr. Wolfgang Weidl, Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung die Beweggründe seines Unternehmens zum Start dieser neuen Aktion auf den Punkt.

 

Bei "Feuerlöscher an Bord" handelt es sich um ein bundesländer-übergreifendes Projekt der Länderversicherer Grazer Wechselseitige, Kärntner Landes-Versicherung, Niederösterreichische Versicherung, Tiroler Versicherung, Vorarlberger Versicherung sowie Oberösterreichische Versicherung. Ab 4. Mai 2006 bis 31. Juli 2006 bieten die Länderversicherer in über 200 Kundenbüros österreichweit den Kauf von Autofeuerlöschern zum halben Preis an. Die Oberösterreichische leitet diese Aktion federführend in Oberösterreich.

 

Forderung an die Autoindustrie:

Feuerlöscher als Standardausstattung

Die kostengünstigere Anschaffung von Autofeuerlöschern ist ein wichtiger Beitrag der Länderversicherer, um die Zahl der schweren Fahrzeugbrände zu minimieren. Erfahrungsgemäß sind nur wenige Autos bisher mit einem Feuerlöscher ausgestattet. Dies nicht zuletzt aber auch deshalb, weil dafür kein einheitlicher Platz in den Fahrzeugen vorgesehen ist. "Ein Feuerlöscher darf niemals lose im Auto herumliegen, da er bei einer Notbremsung sonst zum gefährlichen Geschoss wird. Wir raten den Fahrern daher, individuell je nach Fahrzeugtype einen Platz zu suchen, an dem der Feuerlöscher fix montiert, aber dennoch jederzeit griffbereit ist", erklärt Dr. Weidl. Noch besser wäre es allerdings, wenn in Zukunft die Grundausstattung eines Fahrzeuges von vornherein einen Platz für den Feuerlöscher vorsieht. Im Zuge der Aktion "Feuerlöscher am Bord" fordern die Vorstände der Länderversicherer daher die Autoindustrie auf, auf diesem Gebiet zu handeln und einen Feuerlöscher zukünftig als Standardausstattung zu integrieren.

 

Rasches Handeln rettet Leben

Bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte vergehen oft wertvolle Minuten - jeder Autofahrer kann in dieser Zeit mit einem Autofeuerlöscher zum Lebensretter werden. "Im Schnitt dauert es zirka fünf bis 15 Minuten bis ein Fahrzeug in Vollbrand steht und etwa eine halbe Stunde bis das Auto ausbrennt. Es bleibt daher genügend Zeit, um aus dem brennenden Fahrzeug zu flüchten beziehungsweise anderen Personen zu helfen. Ein griffbereiter Feuerlöscher kann das Feuer im Anfangsstadium eindämmen oder das Feuer soweit in Schach halten, dass eingeklemmte Menschen gerettet werden können. Alleine die Aussicht darauf, ein Menschenleben damit zu schützen, rechtfertigt schon den Kauf eines Feuerlöscher für das Auto", begrüßt und unterstützt Dr. Eisenbeiss diese Aktion der Oberösterreichischen und der Länderversicherer.

 

Jene, die fürchten, sich als Helfer selbst in Gefahr zu begeben, kann Dr. Eisenbeiss beruhigen: "Eine Explosion bei einem Fahrzeug ist äußerst selten und vorrangig ein Produkt der Filmindustrie. Aber selbst auch mit einem Feuerlöscher gilt die Devise: Zuerst die professionellen Einsatzkräfte informieren, dann die Personen retten und zuletzt erst den Brand selbst bekämpfen. Ein Feuerlöscher ist immer nur ein Ersthelfer - kann aber gerade in Ernstfällen der entscheidende Retter sein."

 

Ein Feuerlöscher rettet in vielen Fällen auch das Fahrzeug

Dr. Weidl sieht in der Aktion "Feuerlöscher an Bord" nicht nur einen wichtigen Beitrag des Unternehmens zu mehr Sicherheit auf Österreichs Straßen, sondern auch zur Schadensminimierung: "Vorsorge rettet nicht nur Leben, sondern kann auch vor erheblichen Sachschäden bewahren. Ein griffbereiter Feuerlöscher kann das Übergreifen des Feuers auf andere Fahrzeugteile und damit den Totalschaden verhindern. Es ist unsere Verantwortung als Versicherungsunternehmen, nicht nur finanzielle Sorgen im nachhinein auszugleichen, sondern Schäden auch zu verhüten beziehungsweise von vornherein zu minimieren. Wir investieren daher laufend in Maßnahmen, die Bewusstsein für Gefahren schaffen und die Sicherheit für jeden einzelnen erhöhen."

 

"Mit der Aktion Feuerlöscher am Bord sorgen wir dafür, dass sich unsere Kunden österreichweit Keine Sorgen bei ihren täglichen Ausfahrten machen müssen", ergänzt Dr. Weidl abschließend.