07. 05. 2007 15:00

Oberösterreichische warnt: Alle 1 ½ Stunden wird in OÖ eingebrochen

Aktuelle Studie zeigt geringes Risikobewusstsein oberösterreichischer Privathaushalte

Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit zeigen deutlich: Die Oberösterreicher gehen zu sorglos mit dem Schutz ihres Eigentums um. 38 % der Befragten treffen keine Sicherheitsvorkehrungen vor Einbruch. Dabei wird laut Statistik alle 1 1/2 Stunden eingebrochen. Die Oberösterreichische Versicherung und die Österreichischen Länderversicherer starten daher am vergangenen Freitag bundesweit die Aktion "Keine Chance den Einbrechern".

 

16 Mal pro Tag wird in Oberösterreich eingebrochen. Besonders betroffen ist der Zentralraum: Rund 50 % aller Einbruchsdiebstähle passieren in Wohnungen und Einfamilienhäusern in Linz und Linz-Land. "Dieser hohen Anzahl an Einbrüchen steht aber ein zu geringes Bewusstsein für persönliche Schutzmaßnahmen oberösterreichischer Haushalte gegenüber", analysiert Dr. Wolfgang Weidl, Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung die Ergebnisse dieser aktuellen Studie zum Thema Einbruchsschutz.

 

Bei der von der Oberösterreichischen Versicherung und den Österreichischen Länderversicherern in Auftrag gegebenen Telefonumfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit wurden österreichweit 450 Personen zu ihren Sicherheitsvorkehrungen gegen Einbruch befragt. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern zeigt sich dabei, dass die Oberösterreicher generell weniger in den Einbruchsschutz investieren und im Fall des Falles verstärkt auf die abschreckende Funktion von wachsamen Nachbarn und Wachhunden vertrauen.

 

Die Ergebnisse im Detail:

38 % der Oberösterreicher treffen keine speziellen Vorkehrungen gegen Einbruch. Damit liegt dieser Anteil leicht über dem Österreichweiten Durchschnitt von 34 %.

"Jeder dritte Oberösterreicher vertraut im Notfall auf den Nachbar. Weitere 30 % der Befragten besitzen einen Wachhund als Schutzfunktion. Die Bedeutung dieser beiden Schutzmaßnahmen wird im Land deutlich höher eingeschätzt als im restlichen Bundesgebiet", skizziert Elisabeth Bruckmüller, Regionalleiterin Oberösterreich und Salzburg des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, die wesentlichsten Ergebnisse.

Technische Sicherheitseinrichtungen spielen in Oberösterreichs Haushalten eine untergeordnete Rolle. Je 16 % der Befragten installierten in ihrem Heim Alarmanlagen oder Sicherheitstüren. Bei den Landsleuten in den Bundesländern ist dagegen die Sicherheitstür die wichtigste Maßnahme zum Schutz des Eigentums. Mit 38 % investiert der Durchschnittsösterreicher doppelt so oft in eine Sicherheitstür wie ein Oberösterreicher. "Ein Grund dafür ist jedoch auch die Tatsache, dass in Wien und Niederösterreich der Kauf einbruchhemmender Wohnungseingangstüren finanziell gefördert wird", so Bruckmüller.

 

Prävention statt Reaktion, um das eigene Sicherheitsgefühl zu erhöhen

"Aus der Studie geht eindeutig hervor, dass sich viele Oberösterreicher nicht oder nur wenig mit dem Thema Einbruchsschutz auseinander setzen. Das Ziel der gemeinsamen Aktion "Keine Chance den Einbrechern" der Österreichischen Länderversicherer ist es daher, das Verbesserungspotential beim Schutz des Eigentums aufzuzeigen", so Dr. Weidl.

Aus Gesprächen mit Betroffenen weiß der Versicherungsexperte, dass mit einem Einbruch nicht nur ein finanzieller Verlust verbunden ist: "Finanzielle Verluste kann man ersetzen. Das ist auch unsere Aufgabe als Versicherungsunternehmen. Viel schwerwiegender sind jedoch die psychologischen Folgen eines Einbruchs. Viele traumatisiert ein Einbruch auf Monate oder Jahre. Das Gefühl im eigenen Haus nicht sicher zu sein, ist ein wesentlicher Einschnitt in die Lebensqualität. Durch einfache Sicherheitsvorkehrungen kann nicht nur das subjektive Sicherheitsgefühl, sondern auch der objektive Schutz vor Einbruch erhöht werden." 

 

Mit einem eigenen Aktionsstand auf der Linzer Landstraße informierte die Oberösterreichische einen Tag lang gemeinsam mit der Sicherheitsdirektion Oberösterreich über effektive Tipps, wie man sein Haus noch sicherer machen kann.

 

Fenster und Fenstertüren sind bevorzugte Einstiegsstellen

Die meisten Einbrüche passieren in den Abendstunden beziehungsweise bei Dämmerung. Einbruchsgefährdet sind dabei besonders jene Objekte, bei denen Einbrecher am wenigsten mit Schwierigkeiten rechnen müssen, erklärt Manfred Hirnschrodt, zuständig für die Präventionsarbeit im Stadtpolizeikommando Linz: "Dies sind vor allem unbeleuchtete Häuser oder Wohnungen mit schwereinsehbaren Eingängen, unübersichtlicher Bepflanzung und ohne von außen erkennbarer Sicherheitsmaßnahmen." Gefährlich wird es vor allem auch bei offensichtlich unbewohnten Objekten: Eine helle Außenbeleuchtung, ein Bewegungsmelder und einsehbare Eingangsbereiche sind daher wichtige Erstmaßnahmen, um potentielle Einbrecher abzuschrecken. Während des Urlaubs sollten zusätzlich die Briefkästen geleert und Zeitungen und Werbematerial beseitigt werden.

 

Die Mehrzahl der Einbrecher dringt über die Fenster und Fenstertüren in das Haus ein. Für den effektiven Schutz des Eigenheimes empfiehlt Manfred Hirnschrodt daher die Überprüfung der Fenster- und Türvorrichtungen. Fenstersicherungen wie zum Beispiel ein Stangenschloss, Glasfolie, versperrbare Fenstergriffe oder Gitter lassen sich auch nachträglich ergänzen. Die Spezialisten der Kriminalprävention stehen dazu auch für individuelle Fachberatungen zur Verfügung.

 

Eine weitere Möglichkeit, Einbrecher am tatsächlichen Einbruch zu hindern sind Mini-Tür- und Fensteralarmgeräte. Bei unerlaubtem Öffnen der Fenster warnen sie den Hausbesitzer durch einen lauten Alarmton. Im Zuge der Aktion "Keine Chance den Einbrechern" verteilen die Österreichischen Länderversicherer diese Geräte kostenlos.

 

Wohnungseinbrüche werden immer teurer

Die Kriminalstatistik Oberösterreich verzeichnet seit zwei Jahren einen leichten Rückgang bei den Einbruchsdiebstählen. Von 6.581 Einbruchsdiebstählen (~ 18 pro Tag) im Jahr 2005 sank die Zahl 2006 auf insgesamt 5.750 Einbruchsdiebstähle (~16 pro Tag). Im ersten Quartal des heurigen Jahres kam es allerdings wieder zu einer moderaten Steigerung gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Eine signifikante Erhöhung im Gesamtjahr ist aber für Hirnschrodt derzeit nicht zu erwarten.

 

Dieser Trend spiegelt sich in den Statistiken der Oberösterreichischen Versicherung (noch) nicht wider. Nach einer starken Erhöhung der Einbruchsdiebstähle vor vier Jahren pendelte sich die Zahl der Schadensfälle auf einem hohen Niveau ein. Besonders auffällig dabei ist der stark steigende Durchschnittsschaden. "Wir stellen aus unserem Versicherungsalltag fest, dass immer mehr Häuser gezielt von Profis aufgesucht werden und bis auf den letzten wertvollen Gegenstand systematisch ausgeraubt werden", berichtet Martin Janovsky, Vorstandsdirektor der Oberösterreichischen Versicherung.

 

Das Problem organisierter Banden ist ein weiterer Grund für die Oberösterreichische, die Aufklärung zum Thema Einbruchsschutz voranzutreiben. "Je mehr Hindernisse in den Weg gelegt werden, desto eher werden auch gezielte Aktionen vereitelt beziehungsweise kommt man als Zielobjekt erst gar nicht in Frage", so Janovsky abschließend.