Viel zu oft wird in Oberösterreichs Küchen der Herd zum Brandherd. Im Vorjahr gab es 87 Brände in Oberösterreich mit einer Schadenssumme von 1,75 Mio. Euro allein durch überhitztes Fett. Dabei helfen bereits einfache Maßnahmen, um Brandfälle zu vermeiden.
Wie auch bereits in den vergangenen Jahren organisieren die Österreichischen Länderversicherer auch heuer wieder rund um den Tag der Sicherheit eine gemeinsame österreichweite Sicherheitskampagne. In diesem Jahr widmen sich die Länderversicherer dem Thema Fett- und Küchenbrände.
In Oberösterreich kooperiert die Oberösterreichische Versicherung mit SPAR Oberösterreich und der Brandverhütungsstelle für Oberösterreich, um damit auf möglichst breiter Basis auf die Problematik der Fettbrände hinzuweisen. Denn ein Fettbrand kann jeden unvermutet treffen: "Wer kennt das nicht: Wegen eines Telefonats oder der Haustürklingel lässt man kurz die Pfanne mit heißen Fett aus den Augen. Minuten später kann sich aber das Fett von selbst entzünden", berichtet Dr. Wolfgang Weidl, Generaldirektor der Oberösterreichischen Versicherung von klassischen Ausgangssituationen auch aus der alltäglichen Versicherungspraxis.
Das große Problem liegt aber darin, dass die Menschen meist aus Unwissenheit falsch reagieren, skizziert Dipl-Ing. Dr. Arthur Eisenbeiss, Direktor der Brandverhütungsstelle für Oberösterreich: "In der Panik versuchen viele den Brand mit Wasser zu löschen. Das heiße Fett wird dabei lediglich großflächiger verteilt und der hinzukommende Sauerstoff facht die Flammen erst so richtig an. Ein fatale Kombination, die zu einer explosionsartigen Verdampfung führen kann."
Die Folgen können verheerend sein, so Dr. Eisenbeiss weiter: "Ein derartiges Feuer kann nur erstickt werden, indem ihm der Sauerstoff und die Hitzequelle entzogen wird. Vielfach kann der Brand aber nur durch die Feuerwehren gestoppt werden."
87 Fettbrände im Jahr in Oberösterreichs Küchen
Fettbrände treten häufiger auf als vielfach angenommen. "Laut Statistik der Brandverhütungsstelle OÖ bricht jede Woche in 1,67 Haushalten in Oberösterreich ein Brand durch überhitztes Fett aus", informiert Dr. Weidl. Dieser Wert bleibt auch im Langzeitvergleich relativ konstant.
Insgesamt gehen Jahr für Jahr die Schäden in die Millionenhöhe. Dabei wären mit einfachen Sicherheitsmaßnahmen die Auswirkungen einfach einzugrenzen beziehungsweise viele Brände überhaupt zu vermeiden. "Auf diese unterschätzte Gefahr von Fettbrand wollen wir nun verstärkt hinweisen. Denn auch in unserer Versicherungspraxis sind rund 80 % der gemeldeten Brände durch Wärmegeräte und elektrische Energie in Privathaushalten auf Fettbrände zurückzuführen. Mit der Brandverhütungsstelle und SPAR Oberösterreich konnten wir uns auch zwei starke Partner für die Sicherheitsaktionen mit an Bord holen", freut sich Dr. Weidl über eine gelungene Kooperation mit der wichtigsten Informationsstelle rund um Brandverhütung in Oberösterreich sowie mit einem der größten Player im Lebensmittelhandel in Österreich.
Die Sicherheitskampagne "Fettbrand in der Küche" erfolgt in drei Schritten: Neben der medialen Information wird es am 19. und 20. Mai Infoshows in den vier Eurospar-Märkten Linz, Wels, Freistadt und Ried geben. Zusätzlich dazu erhalten die Kunden von SPAR Oberösterreich ab 19. Mai ein kostenloses Rezeptbüchlein mit Sicherheitstipps für die Küche zu ihren Einkäufen dazu. Die Rezepte sind traditionelle regionale Gerichte aus den Bundesländern der Mitglieder der Länderversicherer.
Infoshows: Die Reaktion nach einem Fettbrand testen
Bei den Infoshows zeigen Experten der Brandverhütungsstelle, wie leicht sich Fett in einer Pfanne entzünden kann und welche Schritte notwendig sind, um das Feuer zu bekämpfen. Schaulustige können bei diesen Shows testen, wie ihre Reaktion auf einen Fettbrand wäre. Zusätzlich werden die Rezeptbücher mit den Sicherheitstipps sowie Küchenhandschuhe verteilt.
SPAR Oberösterreich: Vermittler zum Kunden
SPAR Oberösterreich sieht sich in diesem Projekt als Vermittler der Sicherheitsinformationen zum Kunden, wie Ernst Schernhammer, Werbeleiter bei SPAR Oberösterreich erklärt: "Als wichtiger Einkaufspartner für die OberösterreicherInnen und Oberösterreicher ist uns nicht nur die Qualität unserer Produkte, sondern auch die Sicherheit im Umgang damit ein Anliegen. Wir erreichen in unseren 300 Märkten oberösterreichweit täglich über 200.000 Kunden, die Einkäufe für ihre Küche tätigen. Es freut uns daher als ein wichtiges Bindeglied bei diesen Sicherheitsaktionen der Oberösterreichischen Versicherung mitwirken zu können."
Achtsamkeit als Prävention
Am besten ist es, Fettbrände von vorneherein zu vermeiden. Daher sollte die eingeschaltete Kochplatte grundsätzlich nie unbeaufsichtigt bleiben und der Herd auch nach Gebrauch immer sofort ausgeschalten werden. Brennbare Materialien wie Geschirrtücher bitte nicht auf den Kochplatten liegen lassen. Das Bratgut sollte nicht tropfnass in die Pfanne gegeben werden, da durch das ausspritzende Öl Entzündungsgefahr besteht. Generell ist altes Fett leichter entzündbar als frisches Fett. Je öfter das Fett gewechselt wird, desto besser ist dies auch für die Sicherheit in der Küche. Um zu verhindern, dass Kinder am Herd hantieren, gibt es spezielle Kindersicherungen.
Fettbrände richtig gelöscht
Hat sich das Fett entzündet, dann sollte rasch gehandelt werden. Der Brand wird am besten durch Abdecken der Pfanne mit einem Deckel oder einer Löschdecke bekämpft. Wichtig ist es, den Flammen möglichst rasch den zum Brennen benötigten Sauerstoff zu entziehen und die Heizquelle sofort abzuschalten. Das heiße Fett sollte im geschlossenen Topf nach draußen gebracht werden, um dort auszukühlen. Denn wird der Deckel zu früh entfernt, besteht die Gefahr, dass sich das Feuer neuerlich entzündet. Mit Feuerlöschern konnte schon so mancher Entstehungsbrand in der Küche gelöscht werden. Ein Tipp: In jedem Haushalt sollte ein Feuerlöscher griffbereit vorhanden sein. "Niemals darf brennendes Fett mit Wasser gelöscht werden!", so noch einmal abschließend der Rat von Brandexperten Dr. Eisenbeiss.
Die Termine für die Infoshows in den EUROSPAR-Filialen:
Montag, 19. Mai 2008:
EUROSPAR Wels-West: 12 bis 14 Uhr
EUROSPAR Ried-Goethestraße: 16 bis 18 Uhr
Dienstag, 20. Mai 2008:
EUROSPAR Freistadt: 12 bis 14 Uhr
EUROSPAR Linz-Derfflingerstraße: 16 bis 18 Uhr
In rund zehnminütigen Infovorstellungen zeigen wir Ihnen den Effekt von Wasser bei einem Fettbrand und geben Ihnen Tipps, wie Sie einen Brand richtig löschen. Für alle Interessierten gibt es zusätzlich Rezeptbücher mit Sicherheitstipps und einen Küchenhandschuh gratis dazu!
Die Rezeptbücher mit Sicherheitstipps gibt es ab 19. Mai 2008 aber auch in allen anderen SPAR-Standorten in Oberösterreich - solange der Vorrat reicht - kostenlos zu Ihrem Einkauf dazu!