
Joachim Öllinger, KfV-Landesstellenleiter und Mag. Othmar Nagl, Vorstandsdirektor Oberösterreichische Versicherung präsentieren die Sicherheitspakete der Österreichischen Länderversicherer
Hämmern, Sägen, Schrauben in Haus und Wohnung gehören zu den häufigsten Freizeitbeschäftigungen von Herr und Frau Österreicher. Gerade das Frühjahr ist die Zeit der Do-It-your Self-Anhänger und Hobby-Handwerker. Das sichere Heimwerken steht heuer im Zentrum des alljährlichen österreichweiten Sicherheitstages der Österreichischen Länderversicherer, der in Oberösterreich von der Oberösterreichischen Versicherung und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, Landesstelle Oberösterreich begleitet wird.
Täglich 58 verletzte Heimwerker in Österreich
Zwei Drittel der Männer und die Hälfte der Frauen betätigen sich als Heimwerker. Malerarbeiten, Arbeiten mit Farben und Lacken, Holzarbeiten, Elektroinstallationen und Bauarbeiten (Zu-, Aus-, Umbau) sind die häufigsten Heimwerkerarbeiten.
Doch wo gehobelt wird, da fallen aber auch Späne: "Durchschnittlich verletzen sich in Österreich täglich 58 Menschen bei Heimwerker-Tätigkeiten so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Österreichweit sind das jährlich 21.400 Menschen. Dazu kommen noch jene Heimwerker, die ihre Wunden selbst verarzten", erläutert Joachim Öllinger, Leiter der KFV-Landesstellen, die Unfallsituation. In Oberösterreich verletzen sich jedes Jahr 3.600 Menschen beim Heimwerken. 85 Prozent der verunfallten Heimwerker sind Männer.
Warum passieren Heimwerkerunfälle?
Knapp die Hälfte aller Heimwerkerunfälle ist auf Zerstreutheit, Ablenkung und Unkonzentriertheit zurückzuführen. Die falsche Verwendung der Geräte und Selbstüberschätzung sind Ursachen für das Missachten der Sicherheitsvorkehrungen. Merkt man, dass man müde wird, ist es Zeit für eine (alkoholfreie) Pause. "Insbesondere bei großen Vorhaben sollte man sich daher ausreichend Zeit, eine gute Planung, hochwertiges Material und erfahrene Helfer einrechnen, um entspannt an die Arbeit gehen zu können", rät Mag. Othmar Nagl, Vorstandsdirektor der Oberösterreichischen Versicherung.
Die Oberösterreichische Versicherung erreichten im Vorjahr im Rahmen der privaten Unfallversicherung 681 Schadenmeldungen aufgrund von Unfällen im Haus, das sind rund 26 % aller gemeldeten Unfälle im Freizeitbereich. Die gesetzliche Unfallversicherung greift bei Unfällen in der Freizeit - wozu auch Unfälle im Haus zählen - nicht.
Zum Glück versichert?
Unfallversicherungen setzen dort an, wo die gesetzliche Grundversicherung endet: "Beispielsweise, wenn man bei Arbeiten am Haus schwer stürzt und dadurch mit lebenslangen Funktionseinschränkungen zu kämpfen hat, kann eine Unfallversicherung eine Abfederung der finanziellen Folgen leisten -zum Beispiel in Form einer Invaliditätsleistung oder Unfallrente, die bei der Oberösterreichischen bereits ab 35 % Invalidität in voller Höhe geleistet wird", erklärt Mag. Othmar Nagl.
Besonders gefährdet sind Finger und Hände beim Heimwerken, zeigt das Kuratorium für Verkehrssicherheit auf: "39 Prozent der Verunfallten zogen sich offene Wunden an Händen und Fingern zu. Ein Viertel der spitalsbehandelten Verletzungen waren Knochenbrüche an Fingern, Handgelenken, Fußknöcheln und Füßen. Im schlimmsten Fall müssen sogar Amputationen vorgenommen werden", berichtet Joachim Öllinger. Ein Viertel aller Verletzungen passieren mit Sägen aller Art. "Besonders leichtsinnig ist der Verzicht auf die Schutzabdeckung, die immer wieder von Hobbyhandwerkern wegen angeblicher Zeitersparnis abmontiert wird. Damit kann man sich im wahrsten Sinn des Wortes ins eigene Fleisch schneiden", weiß Öllinger.
Speziell beim Hausbau ist die Gefahr von Verletzungen groß. Mit einer kurzfristigen Bauhelfer-Unfallversicherung kann man für diese Zeit auch jene absichern, die unentgeltlich auf Baustellen helfen. "Das ersetzt natürlich nicht die richtige Planung, Vorarbeit und Ausstattung beim Hausbau, ist aber eine gute Absicherung für alle Helfer, ohne die ein Hausbau meist nicht möglich ist", so Mag. Othmar Nagl.
Österreichische Länderversicherer verteilen Sicherheitspakete für Heimwerker
Die Schadenprävention in ein wesentlicher Schwerpunkt der Oberösterreichischen Versicherung. Neben der Naturkatastrophenvorsorge und der Brandverhütung beschäftigt sich die Oberösterreichische auch mit Themen wie Einbruchsschutz, Verhütung von Haushaltsgefahren und anderen Themen. Dazu gibt es jährlich in Zusammenarbeit mit den Österreichischen Länderversicherern einen österreichweiten Sicherheitstag. Auch zum diesjährigen Sicherheitstag im Zeichen von "Sicheres Heimwerken" verteilen die Österreichischen Länderversicherer wieder Sicherheitspakete. Die Heimwerkerboxen enthalten eine Schutzbrille, Ohrstöpsel, Handschuhe, eine Staubmaske sowie Sicherheitstipps für kluge Heimwerker. Bei der Oberösterreichischen Versicherung sind diese, solange der Vorrat reicht, in den Keine Sorgen Centern erhältlich.
KfV-Tipps für mehr Sicherheit beim Heimwerken
* Der Hobbyhandwerker sollte sich an Handwerks-Profis orientieren und sich von Fachleuten beraten lassen.
* Auf die Qualität der Geräte (CE-Prüfzeichen) achten und vorher die Bedienungsanleitung lesen.
* Nie bestehende Schutzeinrichtungen bei Geräten abmontieren.
* Das richtige Zeitmanagement - genügend Zeit einplanen, gut vorbereiten - hilft, Unfälle zu verhindern.
* Ein guter Arbeitsplatz ist ausreichend beleuchtet, bietet eine stabile Unterlage und ist übersichtlich und ordentlich.
* Die Sicherheit kann durch die richtige Ausrüstung (passende Kleidung, feste Schuhe, Arbeitsbrille) erhöht werden.
* Bei der Beseitigung von Störungen, Pflege- und Wartungsarbeiten die Maschine abschalten und den Netzstecker ziehen.
KFV-Tipps für Kreissägen
* Konzentriert und vorsichtig arbeiten.
* Saubere und scharfe Sägeblätter verwenden.
* Vor der Beseitigung von Störungen, bei Pflege- und Wartungsarbeiten: Maschine abschalten.
* Die Maschine nicht unbeaufsichtigt laufen lassen.
* Kreissäge nie ohne Schutzabdeckung verwenden.
* Schutzbrille, anliegende Arbeitskleidung und KEINE Handschuhe beim Sägen tragen.
KFV-Tipps für Bohrmaschinen
* Vor dem Bohren prüfen, ob unter der Bohrstelle eine elektrische Leitung läuft.
* Bohrer fest in Bohrmaschine (Bohrfutter) einspannen.
* KEINE Handschuhe beim Bohren tragen.
* Bohrspäne erst entfernen, wenn die Bohrmaschine abgeschaltet ist.
* Bohrmaschine beim Bohren mit beiden Händen halten.
KFV-Tipps für Leitern
* Anlegeleitern mit einer Schräge von ca. 75° aufstellen
* Bei Stehleitern auf eingerastete Spreizsicherung achten
* Wenn Gegenstände auf der Leiter gebraucht werden: Taschen oder Werkzeugtransport-behälter verwenden
* Keine Balanceakte: Nicht zu weit nach links oder rechts beugen. Wenn notwendig, Leiter umstellen
* Kabel an der Leiter entlang führen, Kabel nicht über die Tritte oder die Standflächen legen, sonst macht man sich Stolperfallen
* Mit dem Gesicht zur Leiter hinauf- und hinuntergehen
* Beim Heimwerken sollten keine Kompromisse auf Kosten der Gesundheit eingegangen werden, damit die Freude über das Selbstgemachte nicht getrübt ist.