Autoversicherung

Warum eine Kfz-Haftpflichtversicherung zwingend vorgeschrieben ist

Ohne eine abgeschlossene Kfz-Haftpflichtversicherung erhalten Sie keine Kennzeichentafel und dürfen Ihr Fahrzeug nicht verwenden. Sie ist vom Gesetzgeber verpflichtend vorgeschrieben, weil damit die Verkehrsteilnehmer im Falle eines Unfalles – ob Geschädigte oder Schädiger – abgesichert sind: Damit ein Verkehrsunfall nicht zum finanziellen Ruin führt bzw. schuldlose Opfer von Unfällen in jedem Fall zu dem ihnen zustehenden Geld kommen.

Was leistet die Kfz-Haftpflichtversicherung?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden, die der Versicherte anderen mit seinem Fahrzeug zufügt bzw. wehrt ungerechtfertigte Schadenersatzansprüche gegen ihn ab. Mit der verpflichtenden Kfz-Haftpflichtversicherung sind alle Opfer von Verkehrsunfällen geschützt, auch wenn es Tatbestände gibt, in denen es keinen Kfz-Haftpflichtversicherer gibt. Dann greift in gewissen Ausnahmefällen der Fahrerfluchtfonds des österreichischen Versicherungsverbandes VVO.

Ersetzt werden alle berechtigten Ansprüche aus Schäden, die anderen Verkehrsteilnehmer durch Ihr Fahrzeug zugefügt wurden bzw. die Kosten der Verteidigung gegen unberechtigte Schadenersatzansprüche gegen Ihre Person bis in Höhe der vereinbarten Versicherungssumme. Als Mindestversicherungssumme für PKW schreibt der Gesetzgeber derzeit 7 Millionen Euro vor. Damit ist die Abdeckung von Personenschäden bis zu einer Höhe von 5,8 Millionen Euro, für Sachschäden bis zu 1,2 Millionen Euro vorgesehen.

Warum es Sinn macht, auch mehr als die 7 Mio. Versicherungssumme zu vereinbaren

Die Mindestversicherungssumme hat sich in den letzten Jahren immer weiter erhöht, da entsprechend auch die Kosten für die Folgen eines Unfalles immer weiter ansteigen. Bei schweren Unfällen mit Personenschäden, die gesundheitliche Folgewirkungen wie Invalidität eines Unfallopfers mit sich bringen, können die zu tragenden Schadenersatzsummen mitunter schnell die Grenze der Versicherungssumme erreichen lassen. Auch Massenkarambolagen können die Schadenssumme in hohe Dimensionen schnellen lassen.

Übersteigt die Schadenssumme die Versicherungssumme haftet man als Fahrer mit seinem privaten Vermögen!

Es macht daher durchaus Sinn, sich gegen einen geringen Aufpreis die Mindestversicherungssumme zum Beispiel auf 12 oder 15 Millionen Euro erhöhen zu lassen.

Für wen und wo gilt die Versicherung?

Die Versicherung gilt europaweit und sichert den Versicherungsnehmer, den Eigentümer und Halter des Fahrzeuges sowie berechtigte Lenker, Einweiser und Insassen ab.

Was nicht versichert ist

Die Schäden am Fahrzeug selbst und zum Beispiel sonstige Sachschäden des Eigentümers oder Halters des versicherten Fahrzeuges wie auch Schäden am beförderten Ladegut sind nicht versichert. Für Schäden am Fahrzeug selbst empfiehlt sich daher eine zusätzliche Kaskoversicherung.

Nach welchen Kriterien richtet sich die Prämienhöhe?

Für die Höhe der Prämie ist bei PKW und Kombi meist die Motorleistung, bei einspurigen Fahrzeugen der Hubraum oder die Anzahl der Sitze ausschlaggebend. Zusätzlich dazu kommt bei den meisten Versicherern den Schadenverlauf mit dem Bonus-Malus-System als Berechnungsgrundlage dazu. Das Bonus-Malus System reicht von Stufe OO bis Stufe 17, beginnend bei der erstmaligen Anmeldung mit Stufe 9 und damit 100 % der Prämie. Jedes unfallfreie Jahr bringt eine Stufe in Richtung Bonus (dh. die Prämie wird günstiger), jeder Schadenfall drei Stufen in den Malus – („es wird teurer“). Es sei denn, man kann Bonus-Systeme wie den Freischaden-Bonus nutzen.

Die Bonus für unfallfreies Fahren bleibt auch beim Versicherungswechsel erhalten: Bei einem Wechsel bleibt die Bonus-Malus-Einstufung weiterhin aufrecht.