Alkohol am Steuer – steigt die Versicherung aus?

Faschingszeit, das „närrische Treiben“ steuert auf seinen Höhepunkt zu und zahlreiche Veranstaltungen und Bälle laden zu ausgelassenem Feiern ein. Der Konsum von Alkohol bleibt da nicht aus. Problematisch wird es allerdings für Autofahrer, die sich mit mehr als 0,49 Promille hinters Steuer setzen (bei Führerscheinneulingen (Probeführerscheinbesitzer) schon ab 0,1 Promille). Neben den gesetzlichen Strafen drohen versicherungsrechtliche Konsequenzen.

Laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) gehört der Fasching zu den Zeiten, in denen am meisten Alkohol getrunken wird. Nicht ohne Folgen. Bei den insgesamt 37.957 Straßenverkehrsunfällen, die Statistik Austria für 2014 ausweist, war 2.213 Mal Alkohol im Spiel. 32 Personen ließen dabei ihr Leben.

Das Unfallrisiko steigt um ein Vielfaches mit jedem Promille

Schon in relativ geringen Mengen führt Alkohol dazu, dass die Konzentration sinkt, Reize langsamer verarbeitet werden und damit die Reaktionsgenauigkeit und -geschwindigkeit abnimmt. Bei 0,5 Promille ist die Unfallgefahr bereits doppelt so hoch wie im nüchternen Zustand. Bei 1,8 Promille besteht ein 30-faches Risiko.

Auch die Risikobereitschaft erhöht sich nach dem Konsum von Alkohol. Daher rät das KfV dazu, schon vor der Feier zu überlegen, wie man sicher wieder nach Hause kommt. Hat man erst einmal etwas getrunken, neigt man schneller zur Selbstüberschätzung.

Eine Übersicht über Alkoholgrenzen und rechtliche Konsequenzen bietet die Broschüre „Alkohol am Steuer tötet“ des KfV.

Alkohol am Steuer wirkt sich auf den Versicherungsschutz aus

Konsequenzen bei Alkohol am Steuer drohen auch von Versicherungsseite. War ein Fahrer bei einem Unfall nachweislich alkoholisiert, d. h. wurde die Alkoholisierung amtlich festgestellt, sind Kaskoschäden nicht gedeckt und auch die Rechtschutzversicherung ist zur Gänze leistungsfrei. Hier greift der Versicherungsgrundsatz, dass der Versicherungsnehmer einen Versicherungsfall nicht vorsätzlich oder durch grobe Fahrlässigkeit herbeiführen darf (VersVG § 61).

Bei der Haftpflichtversicherung können Versicherungsunternehmen bei bestimmten Obliegenheitsverletzungen, wie z. B. dem Lenken in alkoholisiertem Zustand, einen Teil des geleisteten Betrages vom Versicherungsnehmer auf dem Regressweg zurückverlangen. Pro Obliegenheitsverletzung ist dieses Rückforderungsrecht mit 11.000 Euro begrenzt. Kommt eine weitere Obliegenheitsverletzung hinzu, können weitere 11.000 Euro zurückgefordert werden. Insgesamt kann die Versicherung maximal 22.000 Euro zurückfordern.

Vergessen Sie die üblichen Tricks

Im Hinblick auf den Abbau von Alkohol kursieren zahlreiche Gerüchte. Was immer man auch trinkt, isst oder tut, der menschliche Körper baut etwa 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol pro Stunde ab, daran ändern auch Kaffee, Energy Drinks, „Ausschwitzen“ durch Tanzen oder Schlaf nichts. Nicht zu unterschätzen ist daher auch der Restalkohol. Nach ein paar Stunden Schlaf und einer kalten Dusche mag man sich erfrischt fühlen, dennoch kann der Alkoholgehalt im Blut immer noch deutlich über dem erlaubten Maß liegen.

Unfallursache „Ablenkung“ auf Platz 1

Noch vor Alkohol rangiert übrigens „Ablenkung“ als Unfallursache Nr. 1 in der Unfallstatistik, und hier besonders das Telefonieren. Der Gesetzgeber reagiert darauf mit einer geplanten Kraftfahrzeugnovelle, im Rahmen derer klargestellt werden soll, dass während des Fahrens neben dem Telefonieren ohne Benutzung einer Freisprecheinrichtung auch jegliche andere Handhabung des Mobiltelefons verboten ist. Ausgenommen soll nur das Verwenden des Mobiltelefons als Navigationssystems sein, wenn dieses im Fahrzeug fix befestigt ist. Wann und in welchem Umfang die Novelle in Kraft tritt, steht allerdings noch nicht fest.

Neuerungen im Straßenverkehr 2016

Einen Überblick über die Neuerungen im Verkehrsrecht 2016 finden Sie hier.

In diesem Sinne, gute Fahrt.

Heike Peuser

 

Kommentare, Anmerkungen, Fragen zum Beitrag - schicke uns eine E-Mail:

Erforderliche Felder sind markiert *

Name*

E-Mail*

Betreff*

Ihre Nachricht*

Bitte beachten Sie ua. Keine Sorgen Blog Nutzungsbedingungen