Drohnen, Quadrokopter & Co. – mehr als nur ein Spielzeug?

Seit einigen Jahren steigt die Beliebtheit von Drohnen oder sogenannten Quadrokoptern rasant. Dabei reicht die Verwendung vom reinen Hobbyflug über den Einsatz als Kameradrohne für Fotografen und Filmer bis zur kommerziellen Nutzung durch Paketdienste wie z. B. DHL. Seit 2014 hat das Unternehmen den „DHL Paketkopter“ im Einsatz und beliefert damit in dringenden Fällen die Bewohner der deutschen Nordseeinsel Juist mit notwendigen und eiligen Medikamenten. Mittlerweile gibt es sogar internationale Wettbewerbe wie den „World Drone Prix“ in Dubai. Hier gewann im März 2016 ein 15-jähriger Brite bei einem Drohnenrennen die unglaubliche Summe von 250.000 US $ Preisgeld. Wie sieht es aber mit dem Versicherungsschutz aus, wenn etwas passiert?

Wenn aus Spaß Ernst wird

Dass es bei Drohnen nicht nur um Spaß oder innovative Ideen geht, verdeutlichte die Schrecksekunde beim Ski-Weltcup in Madonna di Campiglio im vergangenen Dezember, als eine Kameradrohne Marcel Hirscher während des Slalomlaufs nur knapp verfehlte. Angesichts der Kräfte, die bei einem Absturz eines Fluggeräts auftreten können, wird schnell klar, warum der Gesetzgeber eine Haftpflichtversicherung (gemäß § 164 Luftfahrtschutzgesetz) für alles, was nicht unter die Kategorie „Spielzeug“ (bis 79 Joule Bewegungsenergie, ca. 260 Gramm) fällt, vorschreibt. Aber Achtung! Selbst ein solches Spielzeug kann auf etwa 90 km/h beschleunigen, wenn es aus einer maximal erlaubten Höhe von 30 Metern antriebslos zu Boden fällt, und so zum gefährlichen Geschoss werden.

Drohnen unter 250 Gramm sind Spielzeug

Seit einer Novelle des Luftfahrtgesetzes (LFG), die im Jänner 2014 in Kraft getreten ist, gibt es eine Einteilung in mehrere Klassen. Dabei spielen Bewegungsenergie bzw. Gewicht und Einsatzzweck eine Rolle.

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In Klasse 1 wird weiter nach Gewicht und Einsatzgebiet differenziert (Kategorien A bis D):

  • Bis fünf Kilogramm
  • Bis einschließlich 25 Kilogramm
  • Über 25 Kilogramm bis 150 Kilogramm
  • Unbebautes Gebiet (Gebiet, in dem sich keine Gebäude befinden. Weiters dürfen sich in diesem Gebiet bis auf den Piloten des unbemannten Luftfahrzeuges und der zum Zwecke des Fluges erforderlichen Personen keine zusätzlichen Personen aufhalten.)
  • Unbesiedeltes Gebiet (Gebiet, das max. eine sekundäre Bebauung (z.B. Lagerhallen, Silos) oder Gebäude, in denen infolge von Zerstörung oder Verfall der Gebäude auf Dauer kein benutzbarer Raum mehr vorhanden ist, aufweist. Weiters dürfen sich in diesem Gebiet bis auf den Piloten des unbemannten Luftfahrzeuges und der zum Zwecke des Fluges erforderlichen Personen nur vereinzelt Menschen temporär (z.B. Wanderer) aufhalten.
  • Besiedeltes Gebiet (Siedlungsbereich mit primären Gebäuden (z.B. Wohnhäuser, Schulen, Geschäfte, Büros), der im Wesentlichen als Wohn-, Gewerbe- oder Erholungsgebiet genutzt wird.
  • Dicht besiedeltes Gebiet (Räumlich geschlossenes Besiedlungsgebiet, vergleichbar mit dem Ortskern einer typischen Marktgemeinde oder Bezirkshauptstadt.)
Bewilligungspflicht beachten

Sobald ein Gerät nicht ausschließlich zum Zweck des Fluges selbst, sondern z.B. für Foto- oder Filmaufnahmen, auch wenn es sich dabei um private Aufnahmen handelt, entgeltlich oder gewerblich betrieben wird, ist es als unbemanntes Luftfahrzeug der Klasse 1 zu qualifizieren und für den Betrieb eine Betriebsbewilligung der Austro Control erforderlich.

Je schwerer eine Drohne und je dichter der Einsatzort besiedelt ist, desto umfangreicher werden die Vorschriften für eine Betriebsbewilligung und umso höher werden die Gebühren für die Ausstellung einer solchen Bewilligung. Für jede einzelne Bewilligung werden laut Gebührenübersicht der Austro Control mindestens 244,00 Euro fällig. Darüber hinaus können Stundensätze für zusätzliche Amtshandlungen oder Reisezeitvergütungen pro halber Stunde in Höhe von 68,00 Euro anfallen.

Wer eine genehmigungspflichtige Drohne ohne Zulassung fliegt, riskiert eine Verwaltungsstrafe durch die zuständige Bezirkshauptmannschaft und die kann mit bis zu 22.000 Euro (§ 169 (1) 4 LFG) saftig ausfallen.

Vorsicht beim Filmen

Neben dem Sicherheitsaspekt gilt es Datenschutzbestimmungen und Persönlichkeitsrechte zu beachten. Fremde Personen ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung zu fotografieren oder zu filmen kann bereits ein unzulässiger Eingriff in die allgemeinen Persönlichkeitsrechte darstellen – folgt man einem OGH Urteil vom 27.2.2013 (6Ob256/12h). Für die Veröffentlichung von Foto- und Filmmaterial, auf dem fremde Personen abgebildet werden, gilt § 78 des Urheberrechtsgesetzes in Österreich, wonach eine (Persönlichkeitsinteressen verletzende) Veröffentlichung eines Personenbildnisses verboten ist.

Versicherungsschutz

Der Versicherungsmarkt hat auf den Boom der Drohnen reagiert und bietet je nach Modell (Gewicht, Wert) und Einsatzzweck Versicherungslösungen an.

In wie weit entsprechende Klauseln in der Haushaltsversicherung enthalten sind und wie umfangreich der Versicherungsschutz ist, muss im Einzelfall mit dem jeweiligen Versicherer abgeklärt werden.

Redaktion Keine Sorgen Blog / Autor: Heike Peuser

 

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