Lebensversicherung als Konjunkturmotor

Konjunkturmotor Lebensversicherung

Zuletzt war die Lebensversicherung nur im Zusammenhang mit einer andauernden Niedrigzinssituation oder mit der nicht minder hartnäckigen Kritik der Konsumentenschützer in den Medien. Die Zeiten für Versicherte und Versicherer waren sicher schon erfreulicher, dennoch hat die Lebensversicherung nach wie vor eine entscheidende Bedeutung für die heimische Volkswirtschaft, wie Versicherungsverband und Wifo zuletzt in einer Pressekonferenz darlegten.

Beinahe jeder zweite Haushalt in Österreich hat einen aufrechten Lebensversicherungsvertrag. Das sind insgesamt rund 9,2 Mio. Stück. Durchschnittlich 785 Euro geben Herr und Frau Österreicher jährlich für Vorsorge und Risikoabsicherung aus. Die heimischen Lebensversicherungen verwalten rund 70 Mrd. Euro. Das entspricht etwa 12 Prozent des gesamten Veranlagungsvermögens der privaten Haushalte.

Lebensversicherung:
Stabilisator für die Volkswirtschaft

Während der Einzelne von der Sicherheit und der Flexibilität profitiert, trägt die Lebensversicherung nicht unerheblich zur Stabilisierung der Volkswirtschaft bei. Zum einen ergänzen die Leistungen die staatlichen Vorsorgeleistungen und tragen so zu einer Entlastung des Pensionssystems bei, das aufgrund bereits beschlossener Reformen weiter zurückgefahren werden wird. Die Rückgänge der staatlichen Pensionsleistungen können nur durch zusätzliche, private Vorsorge aufgefangen werden. Jährlich werden rund 8,4 Mrd. Euro ausbezahlt. In der Regel ersetzt die Versicherungsleistung den Entfall eines Aktiveinkommens zu einem kritischen Zeitpunkt. Durchschnittlich betragen die Leistungen der Lebensversicherung 4,4 Prozent des verfügbaren Einkommens der Privathaushalte, werden auch die Leistungen von Personenversicherungen etwa eine private Unfall- oder Krankenversicherung berücksichtigt, steigt dieser Anteil auf 5,4 Prozent, rechnet das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo vor. Die Lebensversicherung erhöht so die Kaufkraft, wodurch die gesamtwirtschaftliche Nachfrage angekurbelt wird.

Die verwalteten Prämien müssen langfristig und konservativ veranlagt werden. Die Versicherungsunternehmen als größte institutionelle Investoren stabilisieren so auch den Finanzmarkt und damit die gesamte Wirtschaft. Schließlich wird gleichzeitig auch ein nicht unerheblicher Beitrag zur Finanzierung der Staatsschulden geleistet. Auch die Vergabe privater Kredite zum Immobilienerwerb ― jährlich immerhin rund 100 Mrd. Euro ― wäre ohne die Besicherung durch eine Lebensversicherung größtenteils nicht möglich. Darüber hinaus wird auch seitens der Versicherungsunternehmen in die Schaffung von Wohnraum investiert.

Redaktion Keine Sorgen Blog/ Autor: Günther Waldhäusl