Ungetrübter Freizeitspaß mit Drohnen – vorausgesetzt man beachtet alle rechtlichen Vorschriften

Spielzeug oder bewilligungspflichtiges Luftfahrzeug? Je nach Klassifizierung der Drohne gelten unterschiedliche rechtliche Vorschriften, u. a. für die Haftpflichtversicherung. Eine aktuelle Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) zeigt, dass viele Österreicher nicht ausreichend über Genehmigungspflichten und Versicherungsschutz informiert sind.

Die Begeisterung für Drohnen hält an. Rund 40.000 Stück sollen im letzten Jahr allein in Österreich verkauft worden sein. Allerdings machen sich die wenigsten Käufer darüber Gedanken, ob sie nur ein Spielzeug oder bereits ein genehmigungspflichtiges Luftfahrzeug erworben haben.

Seit der Novelle zum Luftfahrtgesetz 2014 sind die Voraussetzungen für die Genehmigungspflicht schnell erfüllt, z. B. wenn mit einer Kamera Bilder aufgezeichnet werden, und zwar unabhängig davon, ob die Aufnahmen veröffentlicht werden oder nicht. Ohne Genehmigung ist eine Drohne mit Kamera nur dann zulässig, wenn sie dem Zweck des Fluges selbst dient. Das ist der Fall, wenn die Kamera die Bilder nicht aufzeichnet, sondern nur zur Navigation an eine Bodenstation überträgt.

Drohnen unter 250 Gramm gelten als Spielzeug

Unkritisch sind Drohnen mit einem Gewicht unter 250 Gramm und einer erlaubten Flughöhe von 30 Metern bzw. Verwendung in einem Umkreis von 150 Metern. Sie gelten als Spielzeug (solange keine Kamera montiert ist, die Bilder aufzeichnet) und sind in der Regel im Rahmen einer Haushaltsversicherung bzw. in der dort enthaltenen Privathaftpflicht bis zur jeweils vereinbarten Pauschalversicherungssumme mitversichert. Versichert sind Schäden, aus denen dem Versicherungsnehmer Schadenersatzverpflichtungen erwachsen, z. B. Sachbeschädigungen durch den Absturz der Drohne. Im Versicherungsfall übernimmt der Versicherer die Erfüllung solcher Schadenersatzverpflichtungen, die dem Versicherungsnehmer wegen eines Personenschadens, eines Sachschadens oder eines Vermögensschadens entstehen. Die Kosten für die Feststellung des Schadens und die Abwehr einer von einem Dritten behaupteten Schadenersatzverpflichtung werden ebenfalls übernommen.

Das Gewicht der Drohne und die Höhe des Risikos definieren die Auflagen

Wiegt die Drohne über 250 Gramm, ist eine Bewilligung durch die Luftfahrtbehörde Austro Control zu erteilen. Dabei gilt es eine Reihe von Punkten, wie z. B. das Einsatzgebiet, zu beachten.

Eine Definition der Einsatzgebiete findet sich in unserem Blog-Beitrag vom 20. April 2016.

Hätten Sie es gewusst?

Nicht nur das Gewicht der Drohne, die technische Ausstattung und das Einsatzgebiet spielen für die Bewilligung eine Rolle, sondern auch das Alter des Piloten, der für den Betrieb von Drohnen bzw. unbemannten Luftfahrzeugen (uLFZ) mindestens 16 Jahre alt sein muss.

Eine Haftpflichtversicherung ist bei der Klassifizierung als unbemanntes Luftfahrzeug ebenfalls erforderlich, da Schäden durch die Haltung oder Verwendung von Luftfahrzeugen nicht in der Haushaltsversicherung mitversichert sind.

Mehr Informationen zum Thema Bewilligung

Einen nützlichen Überblick über alle Bestimmungen bietet die Firma Drohnenbewilligung.at, die sich auf die Abwicklung des Behördenverfahrens zur Bewilligung für den legalen Drohnenflug spezialisiert hat.

Ein Bewilligungsantrag bei der Austro Control wird derzeit in rund 3 bis 4 Wochen erledigt. Im vergangenen Jahr gab es 1.195 Bewilligungen (2015: 410, 2014: 150).

Tipps zum sicheren Umgang mit Drohnen auf einen Blick
  • Bis 250 Gramm gelten Drohnen als Spielzeug und dürfen auf eine Maximalhöhe von 30 Metern aufsteigen.
  • Ab 250 Gramm ist eine Bewilligung von Austro Control erforderlich. Dazu müssen Sie einen Nachweis über eine Haftpflichtversicherung erbringen. Derlei Drohnen unterliegen dem Luftfahrtgesetz, die maximal erlaubte Flughöhe beträgt 150 Meter bei ständigem Sichtkontakt.
  • Orte in Flughafennähe, Militäreinrichtungen und dicht bebaute Gebiete zählen für Drohnen zu den absoluten Sperrzonen. Auch bei Privatgründen gelten Einschränkungen: Diese dürfen nur mit Genehmigung des Eigentümers beflogen werden.
  • Ohne Bewilligung mit einer Drohne in Österreich zu fliegen, stellt eine Verwaltungsübertretung dar. Das Strafausmaß beträgt bis zu 22.000,- Euro.

Autor: Keine Sorgen Blog/ Heike Peuser