Studentenversicherungen

Studentenversicherungen – Welche wirklich wichtig sind

Für Studenten markiert der Studienbeginn gleichzeitig meist den Startpunkt in einen neuen Lebensabschnitt. Die erste Wohnung, das erste Auto und ein eigenverantwortlich geführtes Studium kennzeichnen den Weg zum Erwachsenwerden. Ein guter Zeitpunkt, um sich auch zum ersten Mal mit dem Thema Versicherung auseinander zu setzen. Nach einer ersten Recherche bleiben meist zwei Fragestellungen übrig: Welche Studentenversicherungen gibt es und welche sind wirklich wichtig? Diese Fragen versucht dieser Blogbeitrag zu beantworten.

Krankenversicherung

Für Studierende bestehen in Österreich zwei Möglichkeiten zur Krankenversicherung. Einerseits können sich Studenten bis zum 27. Geburtstag bei den Eltern mitversichern, sofern sie regelmäßig eine Inskriptionsbestätigung vorlegen und den Nachweis von 8 Semesterwochenstunden oder 16 ECTS erbringen. Andererseits können sich Studenten auch selbst versichern. Hier gibt es drei Möglichkeiten der Studentenversicherung:

  1. Selbstversicherung für Studierende
  2. Selbstversicherung neben einer geringfügigen Beschäftigung
  3. Reine Selbstversicherung

Variante eins setzt unter anderem voraus, dass die Gesamtstudiendauer nicht um mehr als vier Semester überschritten und kein Jahreseinkommen von mehr als EUR 10.000,– erwirtschaftet wurde. Bei Variante zwei darf der Studierende die Geringfügigkeitsgrenze von derzeit EUR 438,05 (Stand 01.01.2018) nicht überschreiten. Für Variante drei ist zu beachten, dass ein Leistungsanspruch erst nach sechs Versicherungsmonaten besteht, sofern keine entsprechenden Vorversicherungszeiten nachgewiesen werden können.

Für ein etwaiges Auslandssemester sollte in der Regel separat vorgesorgt werden. Denn bei Erkrankungen zahlen die österreichischen Krankenkassen maximal die in Österreich üblichen Kosten einer Behandlung. In einigen Ländern können diese aber oft viel höher als in der Heimat sein. Deshalb gibt es für diesen Fall spezielle Reise- beziehungsweise Krankenversicherungen für das Auslandssemester. Mehr Infos dazu in unserem Blogbeitrag zum Auslandssemester.

Privathaftpflicht

Die Privathaftpflichtversicherung ist, zusammen mit der Krankenversicherung, die wohl wichtigste Versicherung für Studenten. Sie schützt den Versicherten (Studenten) vor berechtigten Schadenersatzforderungen Dritter und erfüllt diese im Rahmen des Versicherungsvertrages. Unberechtigte Schadenersatzforderungen gegenüber dem Versicherten (Studenten) wehrt die Privathaftpflichtversicherung in ihrer Abwehrfunktion ab. In Österreich wird diese Versicherung in der Regel zusammen mit einer Haushaltsversicherung abgeschlossen. Spezielle Studentenversicherungen gibt es schon ab EUR 4,50 im Monat. Meist können in solche Verträge bei Bedarf zusätzlich noch andere Versicherungsprodukte, wie eine Rechtsschutz- oder eine Unfallversicherung, eingeschlossen werden. Vor einem Abschluss sollte auf jeden Fall kontrolliert werden, ob die Studierenden nicht noch bei den Eltern mitversichert sind. Da die Regelungen sehr unterschiedlich sein können, verweisen wir an dieser Stelle auf die Versicherungsbedingungen, wo diesbezügliche Informationen zu finden sind.

Unfall

Viele Studenten verweisen bei Beratungsgesprächen auf die Unfallversicherung, welche sie durch das Bezahlen der ÖH-Gebühr automatisch erhalten. Dies ist zwar grundsätzlich richtig, zu beachten ist aber, dass diese Unfallversicherung ausschließlich für einen Unfall auf der Uni, auf dem Weg dorthin oder auf dem Weg von der Uni nach Hause gültig ist. Wer aber zum Beispiel beim Fahrradfahren oder einem Skitag in seiner Freizeit verunglückt, hat keinen Versicherungsschutz durch die ÖH-Unfallversicherung. Hier hilft nur eine private Unfallversicherung. Diese gibt es als Einzelvertragslösung oder wird oft in der Grunddeckung – für das schmale Budget – in einem Versicherungspaket z. B. mit einer Haushalt und einer Privathaftpflicht in Form einer Studentenversicherung angeboten.

Auch hier ist vor Abschluss zu prüfen, ob für Studenten nicht noch eine Mitversicherung in einer Familienunfallversicherung der Eltern gegeben ist. Sehr oft sind Studenten dabei bis zu einem gewissen Alter (meist 25) mitversichert, sofern sie sich noch in Ausbildung befinden. Details dazu findet man in den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

Vorsorge

Besonders schlimm ist es, wenn es zu einer Studienunterbrechung oder sogar zu einer Beendigung des Studiums kommt. Denn gerade in dieser Zeit sind unvorhergesehene Schicksalsschläge wie schwere Erkrankungen oder Unfälle besonders schwer wegzustecken und bringen meist auch schwerwiegende finanzielle Probleme mit sich. Studenten sind hier besonders gefährdet, denn für den Erhalt einer Leistung aus der gesetzlichen Sozialversicherung vor dem 27. Geburtstag benötigt man 6 Monate Erwerbstätigkeit. Später, ab dem 27. Geburtstag – quasi über Nacht – sind es plötzlich 60 Versicherungsmonate innerhalb der letzten 120 Kalendermonate, die für eine Leistung aus der gesetzlichen Sozialversicherung benötigt werden. Eine Zahl, die für viele Studenten zu diesem Zeitpunkt nur schwer erreichbar ist.

Hinzu kommt, dass jeder fünfte Arbeitnehmer im Laufe seines Berufslebens berufsunfähig wird. Ein Grund mehr, schon in jungen Jahren über eine Absicherung auch während der Studienzeit nachzudenken. Für das knappe Budget eines Studenten gibt es auch hier günstige Versicherungslösungen abseits der klassischen Produkte. Zum Beispiel gibt es Basisrisikovorsorge-Produkte meist schon für deutlich unter einem Euro pro Tag.

Fazit zur Studentenversicherungen

Kranken-, Privathaftpflicht- und – falls ein Kfz vorhanden – Kfz-Versicherung sind für Studenten grundsätzlich ein Must-have. Entweder ist man noch bei den Eltern mitversichert, oder man kann diese Studentenversicherungen gegen geringe Prämien selbst abschließen. Je nach finanzieller Belastbarkeit sind auf jeden Fall auch noch Unfall-, Haushalts- und Rechtsschutzversicherung Nice-to-have. Welche individuellen Versicherungsprodukte sonst noch wichtig sind, sollte gemeinsam mit einem Experten erörtert werden. Schon während dem Studium sollten sich Studenten auf jeden Fall auch mit dem Thema Risiko-Vorsorge auseinandersetzen. Denn nicht nur bei der Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern auch bei Pensionsvorsorge und Ablebensversicherung gilt: Je früher man eine solche Versicherung abschließt, desto günstiger ist meist die Prämie.

Links

Studierende: Selbstversicherung in der Krankenversicherung (OÖGKK)

Mitversicherung: Erwachsene Kinder in Ausbildung (OÖGKK)

Gut versichert ins Studium (AK OÖ)

Studentenversicherung der Oberösterreichischen Versicherung AG

Basis-Risiko-Vorsorge der Oberösterreichische Versicherung AG

Redaktion Keine Sorgen Blog / Autor: Stefan Mörtenbäck / Online Sales Management Oberösterreichische Versicherung AG