Schneedruck - wenn die Schneelast zuviel wird

Prävention am Beispiel Schneedruck

Nach einem warmen und im Schnitt viel zu trockenen Sommer 2018 soll es nun Schnee bis ins Flachland geben. Noch kann man nicht von „bedrohlichen“ Schneemengen reden. Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, kurz ZAMG, schreibt am 2.1.2019: Schneelast auf den Dächern vorerst im „grünen Bereich“. Was aber, wenn der Schneefall die Ausmaße von 2006 annimmt? Am 2. Jänner 2006 führte Schneedruck in Bad Reichenhall zum Einsturz des Daches einer Eishalle mit mehreren Toten und Verletzten.

Ab wann wird Schnee auf Dächern gefährlich?

Eine Reihe von Faktoren ist für die Belastung von Dächern entscheidend. Zum Beispiel das Gewicht von Schnee. Je höher der Wasseranteil ist, desto schwerer ist der Schnee. So ist ein Kubikmeter Nassschnee ca. vier Mal so schwer wie ein Kubikmeter Neuschnee. Bei Eisbildung erhöht sich das Gewicht weiter. Der Schneedruck kann auf rund 90 Kilogramm pro Quadratmeter steigen, was besonders für Flachdächer gefährlich ist.

Auch bei der Schneedruck-Katastrophe in Bad Reichenhall könnte der Wechsel von Auftauen und Gefrieren eine Rolle gespielt haben. Bei der damaligen Wetterlage ist der Schnee auf den Dächern immer wieder teilweise getaut, um Stunden später erneut zu gefrieren. Auf diese Weise können extrem schwere Eislinsen entstehen. Wenn eine solche zusätzliche Last von Schnee überdeckt wird und nicht auffällt, kann es bedrohlich werden.

Darüber hinaus spielen die Windverhältnisse, Lage und Seehöhe von Objekten eine Rolle. Die Berechnung von Schneelasten, die auf Dächern und anderen Bauteilen zu liegen kommen sind für Österreich im EUROCODE ÖNORM EN 1991-1-3 und dem dazu gehörenden „Nationalen Anhang“ ÖNORM B 1991-1-3, sowie in der ÖNORM B 4000 geregelt.

Prävention – Gefahren frühzeitig erkennen

Die Schneelastzonenkarte Online (http://www.hora.gv.at/) ermöglicht eine adressgenaue Einschätzung der Schneelastzone. Neben dem Umweltwarndienst des Österreichischen Umweltministeriums „Hora“ liefert auch die ZAMG Informationen zu Wetterextremen.

Schäden durch Schneedruck

Die Schäden durch Schneedruck müssen natürlich nicht immer extrem sein. Durch Schnee und Eis auf Dächern kann auch Wasser eintreten und Bauteile beschädigen. Nicht zu vergessen sind mögliche Personenschäden. Gefährdet sind dabei nicht nur Personen, die Dächer von Schnee und Eis befreien, sondern auch jene, die von herabrutschendem Schnee und Eis getroffen werden.

Vorsicht ist besser als Nachsicht – Präventionsmaßnahmen

Kontrollieren Sie regelmäßig die Dachkonstruktion auf Verformungen, Vermorschungen und Bruch. So können Sie rechtzeitig für eine Reparatur sorgen. Eine weitere Präventionsmaßnahme ist das Anbringen von Verankerungsmöglichkeiten zur Sicherung von Personen auf dem Dach.

Was Sie sonst noch zum Schutz vor Schäden durch Schneedruck und andere Naturgewalten tun können, sagen Ihnen die Experten vom Elementarschaden Präventionszentrum (EPZ). Ziel des EPZs ist es, Konsumenten in Sachen Prävention gegen Elementarschäden bestmöglich zu beraten. Vorsorge fängt schon in der Bauphase an. So kann zum Beispiel ein Unterdach (Kaltdach) vor Wassereintritt und damit vor Folgeschäden schützen.

Untersuchungen zeigen, dass Wetterextreme auch in Österreich immer häufiger auftreten. Hagel, Sturm, Starkregen und Schneedruck sorgen dabei für immer mehr Schäden. Umso wichtiger wird Prävention.

Redaktion Keine Sorgen Blog / Autor: Heike Peuser