Ertrinken bei Kindern

Ertrinken bei Kindern: 8 sichere Baderegeln

Kinder spielen mit Begeisterung am und im Wasser. Ein einziger unachtsamer Moment kann dabei ernste Folgen haben: Nach dem Verkehrsunfall ist Ertrinken die zweithäufigste Todesursache bei Kindern. Oft könnten diese Unfälle einfach verhindert werden. Mit den nachfolgenden Tipps steht einem sicheren Badespaß nichts mehr im Weg.

Durchschnittlich fünf Kinder ertrinken pro Jahr in Österreich. Davon sind vier jünger als fünf Jahre. In den vergangenen zehn Jahren sind mehr als 40 Kinder unter 15 Jahren an den Folgen eines Ertrinkungsunfalls gestorben. Ertrinken passiert schnell und lautlos. Ertrinkende können meist nicht mehr um Hilfe rufen. Kleinkinder sind aufgrund des „Todstellreflexes“ besonders gefährdet. Gerät ihr Gesicht unter Wasser, verharren sie reglos und heben den Kopf nicht mehr.

Hier unsere 8 Tipps für einen sicheren Badespaß mit Ihrem Kind:

#1 – Kinder immer im Auge behalten

Innerhalb von zwei Minuten verliert ein Kind unter Wasser das Bewusstsein. Das entspricht etwa der Dauer eines kurzen Telefonats. Besonders bedenklich ist, dass 90 Prozent der Ertrinkungsunfälle mit Kleinkindern im unmittelbaren Umfeld von Erwachsenen passieren.

#2 – Verschwundene Kinder am und im Wasser suchen

Wird Ihr Kind vermisst, sofort am und im Wasser suchen. Bei einem Ertrinkungsunfall zählt jede Minute! Nach drei Minuten unter Wasser können bereits schwere Gehirnschäden auftreten.

#3 – Pools, Schwimmteiche etc absichern

Private Pools stehen an oberster Stelle im Ranking der Gefahrenquellen. Biotope, Schwimmteiche und private Swimmingpools am besten mit einem 1,5 Meter hohen Zaun und einer selbstschließenden Tür absichern. Wer selber keine Kinder hat, denkt vielleicht an jene, die in der Nachbarschaft zuhause sind.

#4 – Planschbecken nach Gebrauch entleeren

Achtung: Für Babys und Kleinkinder kann bereits eine Wassertiefe von weniger als 10 cm zur tödlichen Gefahr werden. Darum sollten Planschbecken usw. unmittelbar nach Gebrauch entleert werden.

#5 – Schwimmhilfen bieten keinen Schutz vor Ertrinken

Schwimmflügel oder -reifen, Luftmatratzen, aufblasbare Schwimmtiere oder ähnliches sind Schwimmhilfen. Sie bieten deshalb keinen Schutz vor dem Ertrinken!

#6 – Check: Können die Kinder schwimmen?

Vergewissern Sie sich vorab, ob Kinder, die sie Sie mitbetreuen, tatsächlich sicher schwimmen können. Oft können sich Kinder zwar über Wasser halten, jedoch nicht richtig schwimmen. Das kann in Extremsituationen gefährlich werden. Die richtige Schwimmtechnik sollte früh erlernt und kontinuierlich geübt werden.

#7 – Auf Gefahren aufmerksam machen

Natürliche Gewässer wie das Meer, Seen oder Flüsse bergen zusätzliche Gefahren wie beispielsweise Strömungen. Machen Sie Ihre Kinder darauf aufmerksam!

#8 – Erste Hilfe Kenntnisse auffrischen

In öffentlichen Schwimmbädern oder Badeseen fällt dies oft weniger ins Gewicht. Hier gibt es meist eine effiziente Rettungskette. Problematischer sind private Pools, wo die Erste-Hilfe-Kenntnisse der Aufsichtspersonen oft mangelhaft sind. Aufsichtspersonen sollten einen Kindernotfallkurs absolvieren, um im Ernstfall schnell und richtig reagieren zu können.

#Keine Sorgen Tipp – Versicherungsschutz checken

In Österreich passieren rund 800.000 Unfälle pro Jahr, rund drei Viertel davon in der Freizeit. Freizeitunfälle sind nicht durch die gesetzliche Unfallversicherung gedeckt. So haben etwa Kleinkinder gar keinen gesetzlichen Unfall-Schutz. Übersehen wird auch oft, dass mit dem Schuleintritt öffentliche Leistungen, etwa die kostenlose Unfallversicherung des Landes Oberösterreich – Stichwort Familienkarte – erlöschen und das Kind außerhalb der Schule nicht unfallversichert ist. Eine private Unfallversicherung ist hier unerlässlich!

Für alle Aktivitäten am und im Wasser gilt daher: Aufmerksamkeit schützt das Leben Ihres Kindes.

Quelle:
Wasserrettung Oberösterreich, Kuratorium für Verkehrssicherheit