Oberösterreichische

„Karenz ist eine ganz andere Arbeit, viel anstrengender“

Urlaubszeit bedeutet für viele Väter verstärkt Familienzeit. Dabei sollte auch unterm Jahr die Work-Life Balance stimmen und genug Zeit für die Familie bleiben. Vor allem aber sollte trotz Beruf eine flexible Kinderbetreuung möglich sein und auch Männer sollten die Chance haben, ihr Kind in der Karenzzeit kennen zu lernen. Ganz so selbstverständlich ist das allerdings immer noch nicht, wie uns Zweifach-Papa Andreas Meingaßner erzählt. Erst beim zweiten Kind – und im neuen Job – konnte er in Karenz gehen. Wie es ihm dabei erging und was er ohne die Karenz sonst hätte niemals machen können, lest ihr hier.

OOEV: Welches Modell der Väterkarenz haben deine Frau und du gewählt?

Wir haben das 12+2 gewählt, also 12 Monate macht meine Frau Karenz, zwei Monate ich.

OOEV: Gab’s da einen bestimmten Grund, dass ihr euch gerade für diese Option entschieden habt?

Weil wir damit finanziell am besten aussteigen. Dass muss man sich mit dem Partner ausrechnen, wie das für einen im Endeffekt dann passt.

OOEV: Ist das eure erste Karenzzeit, die ihr euch aufgeteilt habt?

Ja, es ist zwar nicht die erste Karenz – wir haben noch einen 7-jährigen Sohn – aber ich habe damals noch bei einer anderen Firma gearbeitet und die Karenz ließ sich für mich aufgrund der Tätigkeit irgendwie schlecht vereinbaren. Da passte es vom Unternehmen her einfach nicht und ich hab das damals auch noch gar nicht so in Erwägung gezogen.

OOEV: In vielen Partnerschaften verdient der Mann mehr als die Frau, weswegen die Väterkarenz dann häufig nicht in Anspruch genommen wird. War für euch immer schon klar, dass ihr euch die Erziehungsarbeit teilen werdet?

Da war eigentlich kein Diskussionspunkt, wir wollten beide Zeit mit unserer Tochter haben, gerade die Momente, in der Kinder noch so klein sind und so viel entdecken, sind sehr spannend. Es ist eine super Möglichkeit für die Väter, das eigene Kind besser kennen zu lernen, einfach eine schöne Zeit, die man nutzen sollte, wenn man die Chance dazu hat. Ich würde es wieder so machen.

OOEV: Und wie war die Zeit daheim für dich? Hat man da jetzt mehr Respekt vor der Erziehungs- und Hausarbeit des anderen?

Ja sicher. Im Grunde ist es eine ganz andere Art von Arbeit. Es ist, finde ich, viel anstrengender, weil Einsatz rund um die Uhr angesagt ist. Im normalen Job kommt man heim und kann abschalten, im Karenzdasein ist man immer am Ort des Geschehens und Ansprechpartner. An manchen Tagen braucht das Kind mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung. Da kann ich mir auch keine Auszeit nehmen und sagen, bitte jetzt nicht. Oft bleibt auch einfach mal Arbeit liegen, weil Prioritäten zu setzen sind. Es wird einem viel mehr bewusst, was der Partner da täglich leistet.

OOEV: Der Wunsch Karenz zu nehmen – Wie hat der Arbeitgeber reagiert? Gabs da Schwierigkeiten?

Natürlich brauchts eine gewisse Vorbereitungszeit im Unternehmen, damit die Aufgaben in der Zeit weiterlaufen. Aber es war nie Thema, dass es nicht möglich wäre. Das war vom Arbeitgeber her super, ich hatte volle Unterstützung.

OOEV: Rückblickend betrachtet: Würdest du anderen Vätern empfehlen in Karenz zu gehen?

Ich würds sicher wieder machen, vielleicht sogar länger. Aber auf jeden Fall wieder.

OOEV: Was war dein schönstes Erlebnis mit deiner Tochter in dieser Zeit? Gabs da was, wo du sagst, das hab‘ ich nur machen können, weil ich in Karenz war und die Zeit dafür hatte?

Das ist schon wieder so lange her (lacht). Aber ja, wir haben einen Zwergensprache-Kurs besucht, wo ich mit unserer Tochter Mira hingegangen bin. Das wäre mit der beruflichen Tätigkeit sicher nicht vereinbar gewesen, weil das jeweils am Vormittag stattfindet.

OOEV: Was macht man im Zwergensprache-Kurs?

Man lernt da, wie man sich mit den Kleinen verständigen, mit ihnen kommunizieren kann, in Form von Zeichen. Es gibt zum Beispiel ein eigenes Zeichen für „Papa“ oder „Mama“ oder für Tiere und verschiedene Nahrungsmittel oder für „Vorsicht“. Ich wäre sicher nicht gegangen, wenn ich nicht in Karenz gewesen wäre, dafür hätte ich mir regelmäßig frei nehmen müssen.

OOEV: Und wie war der Wiedereinstieg für dich?

Ich war eigentlich wieder schnell drinnen, im Arbeitsalltag. Die Umstellung von der normalen Arbeit in die Karenzzeit war schwieriger (lacht).

OOEV: Wie ist das bei euch in der Familie bzw. im Freundeskreis? Gibt es viele, die schon die Karenz genutzt haben?

Ich kenne schon auch Familien, wo der Papa ein halbes Jahr oder auch ein Jahr in Karenz gegangen ist. In meinem direkten Umfeld – Familie und Freunde – da hat allerdings noch kaum jemand eine Karenz in Anspruch genommen. Ich weiß auch nicht, woran das liegt. Irgendwie ist das kein Thema, worüber viel geredet wird.

Über Andreas Meingaßner:

39 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Ottensheim. Der studierte Meteorologe und zweifache Vater ist seit 2017 Spezialreferent bei der Oberösterreichischen Versicherung.

Links zum Thema Elternkarenz:

oesterreich.gv.at

arbeiterkammer.at

Österreichische Gesundheitskasse

Bildnachweis Titelbild: privat

Er hat den Ele zum „Schillern“ gebracht

20 Jahre Ele, freut ihn ganz besonders: Peter Schiller. Schöpfer unseres Ele. Im Interview erzählt der 53-Jährige, warum ihm nach einem Arbeitstag plötzlich ein Büschel Haare fehlte und über seine zweite ganz große Leidenschaft.

Ohne ihn würde es das Maskottchen der Oberösterreichischen erst gar nicht geben: Peter Schiller. Der Altmünsterer hat den Ele über all die Jahre gezeichnet und dabei immer mehr „weiterentwickelt“, ihn die unterschiedlichsten Berufe, Sportarten und sämtliche Wetterszenarien leben lassen. Doch wie kams dazu, dass er vor 20 Jahren zum ersten Mal den Ele aufs Papier brachte? Wir haben nachgefragt:

Wie kam’s zur Zusammenarbeit?

Die Oberösterreichische Versicherung hatte früher schon einmal einen Elefanten als Maskottchen, der sah allerdings aus wie aus Brehms-Tierleben (Anm. zoologisches Nachschlagewerk, verfasst vom Sachbuchautor Alfred Brehm). Über eine Ausschreibung wollte die OÖV dann ein völlig neues Erscheinungsbild präsentieren. So entwickelte ich einen sympathischen und schlauen Charakter, der, für einen Elefanten eher ungewöhnlich, alles können soll – von Radfahren bis Klavierspielen. Unser Ele ist nun seit über 20 Jahren im Rennen.

Am 1. Mai feierte der Elefant der Oberösterreichischen Versicherung seinen 20. Geburtstag. Genauso lange präsentiert er auch schon im ORF Oberösterreich das Wetter. Neben der Kette, ist der Wetter-Ele fixer Bestandteil im Firmenlogo der Oberösterreichischen.

Was hat an der Arbeit mit dem Ele besonders viel Spaß gemacht?

Für die Großflächenplakate der ersten Jahre fertigte ich unzählige, bemalte Tonfiguren von zirka 30 Zentimeter Größe, mit Kulissen für alle seine Abenteuer an. Vom Gebirgspass bis zu Häuserschluchten, von der Badewanne bis zur Schipiste und diese Szenen wurden dann fotografiert. Dreidimensional zu arbeiten ist schon eine besondere Sache, die wesentlich mehr Möglichkeiten der Gestaltung bietet.

Hat Ihnen der Elefant auch schon Kummer bereitet?

Mir nicht, aber meine Frau war etwas erschrocken, als ich einmal abends aus dem Atelier kam und mir ein großes Büschel Haare fehlte. Die Entwicklungsphase des Elefanten war eine sehr stressige Zeit, die erste Tonfigur brauchte eine Frisur und so nahm ich kurzer Hand die Schere. Aber ich finde, unser Ele sah damit sehr flott aus (lacht).

Wenn Sie sich vorstellen müssten: Wie lautet Ihre Berufsbezeichnung?

Ich bin Maler, Designer und Illustrator. Ich würde sagen, Gestalter ist mein Beruf. Und ich könnte mir nichts Besseres vorstellen.

Bei so einem anspruchsvollen Job – bleibt da überhaupt noch Zeit für Hobbys?

Sicher! Architektur und Kunstgeschichte sind eine große Leidenschaft von mir. Ich setze mich selbst gern mit technischen Umsetzungen auseinander. Auch die Bewegung in der Natur darf nicht zu kurz kommen. Unser Haus liegt sehr abgeschieden, wir genießen das sehr. Raus in die Natur zu gehen – das ist unser Ruhepol. Und dann ist da noch die Musik. Ich bin Sänger einer Band (Anm. die Band heißt „Sonderschicht“) mit persönlicher Vorliebe für das Repertoire von Frank Sinatra, Bing Crosby und all den fantastischen Künstlern dieser Zeit. Die Bühne ist eine gute Schule des Lebens.

 

„Ein optimal abgestimmtes Schulungsprogramm, wo du wirklich vom ‚Kaltstart‘ bis zum vorläufigem ‚Zieleinlauf‘ gut und sicher vorbereitet wirst“

„Gemeinsam besser werden – Wie man von den Schulungen profitiert“. Das Außendienst-Traineeprogramm der Oberösterreichsichen – Ein Erfahrungsbericht von Christian Seybold (mehr …)

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Sechs neue Jugendliche mit Migrationshintergrund, darunter auch ein „Patenkind“ der Oberösterreichischen Versicherung, wurden Ende Oktober in das Stipendienprogramm „START Oberösterreich“ aufgenommen. Diese jungen Menschen haben oft das Potential, aber nicht die Möglichkeit, eine AHS oder BHS zu besuchen und die Matura erfolgreich abzuschließen. Hier setzt das Programm „START“ an. (mehr …)