Lexikon - Oberösterreichische Versicherung AG

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Versicherungslexikon

Spezialbegriffe einfach erklärt:

 

Von A bis E

Altersvorsorge
Allgemein versteht man unter Altersvorsorge ein Bündel von Maßnahmen, das eine Einkommensquelle für das Alter schaffen soll. Bei kapitalgedeckter Altersvorsorge findet dazu ein Ansparprozess statt, der typischerweise eine längere Zeitdauer umfasst (Kapitaldeckungsverfahren). Daher ist der Verfügungsverzicht über die angesparten Mittel ein Merkmal von Altersvorsorge. Über Beitragszahlungen, sowie den Zinseszinsmechanismus wird ein Kapitalstock aufgebaut. Aus diesem kann dann die Versorgung im Alter erfolgen. Je nach Ertrag, Risiko und Liquidität der zugrunde liegenden Anlage unterscheiden sich die so entstehenden Alterseinkommen.
Assistance
Neue, aus Frankreich stammende Dienstleistung, bei der nicht der herkömmliche Versicherungs- und Kostenerstattungsgedanke im Vordergrund steht. Vielmehr besteht die Aufgabe der Assistance darin, dem Kunden in einer aktuellen Notlage unmittelbar zu helfen. Das heißt: weltweite, unbürokratische Hilfe rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Geboten werden technische und medizinische Hilfsdienste, sofortige Kostenübernahme-Zusagen gegenüber Leistungserbringern, Beschaffung eines Anwalts und Dolmetschers, Hilfestellung bei Verlust von Reisedokumenten und Reisezahlungsmitteln, bei Diebstahl und Totalschaden, Erkrankung, Unfall und Verletzung. Assistance-Leistungen können Bestandteil einer Verkehrs-Service-Versicherung (Schutzbriefversicherung), einer Auslandsreise-Krankenversicherung oder einer Kraftfahrtversicherung sein.
Berufsunfälle
Berufsunfälle sind Unfälle, die in Ausübung des Dienstes geschehen (auch am Weg von zu Hause in die Arbeit und umgekehrt). Für Unfälle außerhalb der Arbeitszeit besteht kein Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung.
Bezugsberechtigung
Bezugsberechtigung liegt vor, wenn eine Lebens- oder Unfallversicherung zugunsten eines Dritten abgeschlossen wird. Eine unwiderrufliche Bezugsberechtigung kann im Gegensatz zur widerruflichen Bezugsberechtigung nur mit Zustimmung des Begünstigten geändert werden.
Erstrisikoversicherung
Ein Schaden wird bis zur Höhe der vereinbarten Versicherungssumme ohne Rücksicht auf eine allfällige Unterversicherung entschädigt.

 

 

Von F bis J

Freizeitunfälle
Für Unfälle außerhalb der Arbeitszeit besteht kein Versicherungsschutz durch die gesetzliche Unfallversicherung.
Gefahrengemeinschaft

Kennzeichnet den Grundgedanken jeder Versicherung: die Bedrohung einer Mehrheit von Personen durch ein und dieselbe Gefahr, deren Verwirklichungsrisiko vom Versicherer gegen Zahlung von Versicherungsbeiträgen übernommen wird.

Generationenvertrag
Grundprinzip nicht Vertrag im Rechtssinn der gesetzlichen Rentenversicherung, wonach die Jüngeren für die Alten die Renten finanzieren. Die aktiv im Berufsleben Stehenden sorgen mit ihren Beiträgen für den Lebensunterhalt der Rentner. Sie tun dies im Vertrauen darauf, dass später einmal in gleicher Weise für sie gesorgt wird.
Geschädigter (Dritter)
In der Haftpflichtversicherung besteht ein (Versicherungs-)Vertragsverhältnis zwischen Versicherung und Versicherungsnehmer. Die Entschädigungsleistung erhält jedoch der geschädigte Dritte.
Gesetz der großen Zahl
"Grundgesetz" der Versicherungswirtschaft, wahrscheinlichkeitstheoretische Vorhersage über den künftigen Schadenverlauf: Je größer die Zahl der erfassten Personen, Güter und Sachwerte, die von der gleichen Gefahr bedroht sind, desto geringer ist der Einfluss von Zufälligkeiten. Betrachtungen über den Zufall beim Würfelspiel führten zum Entstehen der Wahrscheinlichkeitsrechnung, mit deren Hilfe Voraussagen über die Häufigkeit von Zufallsereignissen möglich sind. Als eigentlicher Schöpfer der Wahrscheinlichkeitsrechnung gilt der Franzose Blaise Pascal (1623-1662). Das Gesetz der großen Zahl sagt nichts darüber aus, wer von einem Schaden getroffen wird, wohl aber, wie viele der in der Risikogemeinschaft Zusammengeschlossenen von einem bestimmten Unglücksfall ereilt werden.
Grüne Karte
Die Grüne Karte bestätigt einen aufrechten Kfz-Haftpflicht-Versicherungsschutz gültig in den angeführten Ländern im erforderlichen Umfang für ein in Österreich zugelassenes Fahrzeug.

 

 

Von K bis O

Kündigung
Erklärung, den Versicherungsvertrag beenden zu wollen (auf die Fristen achten!)
Laufzeit

Vereinbarte Dauer eines Versicherungsvertrages.

Neuwertversicherung
Basis der Versicherungssumme ist der Neuwert einer versicherten Sache. Die Entwertung durch Gebrauch wird bei einer Entschädigung daher außer Acht gelassen (bis zu einer bestimmten Grenze - zumeist 60 %).
Obliegenheiten
Pflichten des Versicherungsnehmers, deren Verletzung zu einer Leistungsminderung des Versicherers führen können.

 

 

Von P bis T

Pflichtversicherung
Vom Gesetzgeber vorgeschriebene Versicherung (z.B. Kfz-Haftpflicht).
Polizze

Die Polizze ist eine Beweisurkunde für den Inhalt eines Versicherungsvertrages.

Regress
Rückgriffsrecht des Versicherers, auf den die Ansprüche des Geschädigten übergegangen sind, gegen den Schädiger.
Risiko
Das versicherte Risiko ist der Gegenstand des Versicherungsvertrages, beschrieben durch das versicherte Subjekt/Objekt, die Gefahren, die nachteilig auf das Objekt einwirken können, sowie den Versicherungsumfang.
Unter Risiko wird hier die Gefahr bzw. das Wagnis verstanden, die zum Eintritt des Schadens führen kann. Im Sachbereich wird hierfür auch der Begriff "versicherte Gefahr" verwendet.
Schadenminderungspflicht
Pflicht des Versicherungsnehmers, einen Schaden nach Möglichkeit abzuwenden oder zu mindern. Dabei sind Weisungen des Versicherers zu beachten.
Selbstbehalt
Einen Teil des Schadens trägt der Versicherungsnehmer selbst. Es gibt zwei Arten des Selbstbehaltes. 1) Abzugsfranchise: Ein Teil des Schadens wird von der Entschädigung in Abzug gebracht. 2) Integralfranchise: Schäden unter einer bestimmten Summe werden nicht entschädigt, darüber jedoch in voller Höhe. 3) Schadenersatzbeitrag: Vereinbarter Beitrag, den der Versicherungsnehmer zu einer Leistung an Dritte erbringt (Kfz- und Allg. Haftpflicht).
Totalschaden
Übersteigen die Reparaturkosten den Wert einer versicherten Sache (z.B. Kfz), spricht man von einem Totalschaden.

 

 

Von U bis Z

Überversicherung
Die Versicherungssumme übersteigt den effektiven Wert. Führt zu höheren Prämien ohne Nutzen, da die Entschädigung den Versicherungswert nie übersteigen kann.
Unfall
Als Unfall gilt jedes Ereignis, das vom Willen des Versicherten unabhängig, plötzlich von außen, mechanisch oder chemisch auf seinen Körper einwirkt und körperliche Schädigung oder den Tod eines Versicherten zur Folge hat. Krankheiten gelten nicht als Unfall.
Unterversicherung
Es liegt Unterversicherung vor, wenn die Versicherungssumme kleiner ist als der Versicherungswert.
Versicherungssumme
Finanzielle Obergrenze der Leistung, die der Versicherer zu erbringen hat. In der Regel entspricht die Versicherungssumme folgendem Wert. 1) Sachversicherung: Neuwert der versicherten Sachen. 2) Haftpflicht: Summe bis zu der bei Haftung des Versicherungsnehmers die Deckung übernommen wird.
Vorläufige Deckung
Sofortiger Versicherungsschutz, der die Zeitspanne bis zum Beginn des Vertrages Polizzenausfertigung, bzw. -zustellung überbrückt. Die vorläufige Deckung ist kostenpflichtig.
Zeitwert
Der Zeitwert wird aus dem Neuwert abzüglich eines Abschlages entsprechend der Abnützung/Entwertung der versicherten Sache ermittelt.