Wer zwahlt, wenn der Akku explodiert?

Akku explodiert – mitversichert?

Akkubetriebene Kopfhörer, die auf dem Kopf ihrer Trägerin in Flammen aufgehen und ein Flugzeug in Panik versetzen, Smartphones oder „Hoverboards“, die ganze Häuser in Brand setzen oder ein E-Bike, das ein Parkhaus in ein Flammeninferno verwandelt – immer wieder berichten Medien von verheerenden technischen Defekten bei so genannten Lithium-Ionen-Akkus. Wenn der Akku explodiert, sind entstandene Schäden (mit)versichert? Wenn ja welche? Davon handelt dieser BLOG-Beitrag.

Experten des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) im deutschen Wiesbaden schätzen, dass 2015 weltweit rund fünf Milliarden Lithium-Ionen Akkus verkauft wurden. Die Zahl ist stark im Steigen begriffen. Durch die wachsende Anzahl der verbauten Lithium-Ionen-Akkus häufen sich auch die Vorfälle mit überhitzten Exemparen. Durch die enorm hohe Nachfrage, würden auch zunehmend billig produzierte Akkus verbaut. Diese seien besonders gefährdet, zu überhitzen. Dabei werden die Akkumulatoren immer leistungsfähiger. Wenn sich diese Energie schlagartig entlädt, entsteht der Eindruck, dass der Akku explodiert.

Was ist eine Explosion?

Tatsächlich handelt es sich in den meisten Fällen um keine Explosion im Sinne der Versicherungsbedingungen. Aus versicherungstechnischer Sicht ist der Begriff der „Explosion“ als „eine plötzlich verlaufende Kraftäußerung, die auf dem Ausdehnungsbestreben von Gasen oder Dämpfen beruht“ definiert. In den meisten Fällen, wenn in den Medien davon die Rede ist, dass ein Akku explodiert, handelt es sich eigentlich um eine Überhitzung, die Brand- oder Sengschäden auslöst. Zumeist kommt es, etwa durch Stöße oder Produktionsmängeln bei billigen Akkumulatoren zu Kurzschlüssen. In weiterer Folge überhitzt das Gerät, dehnt sich aus – der Akku explodiert vermeintlich.

Wer zahlt, wenn der Akku explodiert?

Sind diese Schäden mitversichert? Grundsätzlich muss keine eigene Versicherung für dieses Risiko abgeschlossen werden: Explosions- und Brandschäden, in begrenzter Form auch Sengschäden sind im Rahmen der Feuerdeckung einer Haushaltsversicherung miteingeschlossen. Wer über eine private Unfallversicherung verfügt, darf auf Deckung bei dauerhaften Verletzungen, die durch den schadhaften Akku hervorgerufen wurden, vertrauen. Besteht eine Kasko-Versicherung, wird diese einspringen, wenn der defekte Akku im Auto einen Brand- oder Explosionsschaden auslöst. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, für das einzelne Gerät eine Versicherung abzuschließen. Hier empfiehlt sich, Angebot und Leistungsumfang sehr genau zu prüfen, bevor eine derartige Versicherung abgeschlossen wird. Zudem sei es ratsam den Kaufbeleg aufzubewahren, um gegebenenfalls Gewährleistungsansprüche bei Verkäufer oder Hersteller geltend machen zu können.

Keine Sorgen Blog/ Autor: Günther Waldhäusl