E-Bike , E-Boards (Hoverboards), Segways & Co. – was gibt es, was darf man, was ist versichert?

Die Freizeitindustrie bringt immer neue fahrbare Untersätze auf den Markt. E-Bikes, E-Boards, E-Scooter, Segways, etc. Stellt sich die Frage, wo diese benutzt werden dürfen, welche Verkehrsregeln gelten und wer für mögliche Schäden haftet.

Verwirrende Begriffsvielfalt – was ist was

Pedelec:

Als Pedelec (Abkürzung für Pedal-Electric-Vehicle) gilt in Österreich ein Fahrrad mit Tretunterstützung. Ein Elektromotor schaltet sich automatisch ein, wenn man in die Pedale tritt. Bei einer Geschwindigkeit von 25 km/h schaltet sich dieser Motor automatisch wieder ab. Die Leistung des E-Motors darf 600 Watt nicht übersteigen.

Ein Pedelec muss auf Radwegen benützt werden, außer es ist mehrspurig (Dreirad) und bis 80 cm breit oder es zieht einen Anhänger bis zu 80 cm Breite. Dann darf man damit wahlweise auch auf der Fahrbahn fahren. Fahren auf dem Gehsteig ist – wie mit einem herkömmlichen Fahrrad auch – verboten. Nebeneinander fahren ist nur auf Radwegen oder in Wohnstraßen erlaubt.

Das Mindestalter, ab dem man ohne Begleitung auf Straßen mit öffentlichem Verkehr unterwegs sein darf, ist 12 Jahre bzw. mit einem Radfahrausweis 10 Jahre. Es gelten dieselben Ausrüstungsvorschriften wie für Fahrräder (Klingel, Scheinwerfer, Rücklicht, Rückstrahler und Reflektoren an Speichen und Pedalen) sowie die 0,8-Promillegrenze.

E-Bike:

Beim E-Bike wird die Motorleistung manuell zugeschaltet. Muskelkraft und Elektromotor sind unabhängig voneinander. Im Gegensatz zu Pedelecs können E-Bikes sowohl rein elektrisch als auch elektrisch zusammen mit eigener Muskelkraft gefahren werden.

Auch E-Bikes werden als Fahrrad behandelt, sofern sie eine Geschwindigkeit von 25 km/h und eine Leistung von 600 Watt nicht überschreiten und es gelten die oben genannten Bestimmungen.

E-Scooter:

Neben Pedelecs und E-Bikes gibt es E-Scooter, die ausschließlich mit einem Elektromotor angetrieben werden, der Fahrer muss also nicht in die Pedale treten, um elektrischen Vortrieb zu haben. Sofern die Höchstgeschwindigkeit 25 km/h und die Motorleistung 600 Watt nicht überschreiten, handelt es sich rechtlich ebenfalls um Fährräder gemäß § 2 Abs. 1 Z 22 Straßenverkehrsordnung.

Das gilt übrigens auch für Elektroscooter, die ohne Sitz als Stehroller für eine Person konzipiert sind und Segways.

Mehr Leistung bringt mehr Pflichten

Bei einer höheren Leistung über der gesetzlichen Grenze (25 km/h, 600 Watt) gelten Pedelecs, E-Bikes und E-Scooter nicht mehr als Fahrrad, sondern als Kraftfahrzeug (sog. Mopeds). Damit kommen die strengeren Gesetze des Kraftfahrzeuggesetzes (KFG) und des Führerscheingesetzes (FSG) wie Anmeldungs-, Versicherungs- und Helmpflicht zur Anwendung. Pflicht ist auch ein Rückspiegel, ein Bremslicht und das jährliche Pickerl. Mehr Informationen unter Help.gv

Vorsicht vor Alkohol im Straßenverkehr

Wer mit mehr als 0,8 Promille Alkohol im Blut Fahrrad oder E-Bike fährt, riskiert nicht nur eine Strafe, sondern unter Umständen auch den Kfz-Führerschein, da alkoholisiertes Radfahren als Hinweis für mangelnde Verkehrszuverlässigkeit gewertet werden kann.

Hoverboard, E-Board, Balance Board & Co. – Spielzeug oder Fahrrad?

Als Hoverboard oder E-Board, Self Balance Board oder Self Balance Scooter bezeichnet man ein elektrisch betriebenes, zweispuriges Rollbrett ohne Lenkstange, auf dem sich eine Person stehend fortbewegen kann. Das E-Board hält sich (ähnlich einem Segway) durch eine elektronische Antriebsregelung selbst in Balance und wird über Gewichtsverlagerung und die Fußstellung des Fahrers gesteuert.

Die Erfindung stammt vom US-Amerikaner Shane Chen, der 2011 das „Hovertrax“ – ein motorisiertes Brett auf zwei Rädern – entwickelte und 2013 mit der Vermarktung begann.

Ob diese E-Boards nun Spielzeuge, Fahrräder oder bereits Kraftfahrzeuge sind, ist in Österreich rechtlich noch nicht geklärt. Manche E-Boards bringen es auf eine Leistung von 700 bis 800 Watt und liegen damit über der festgelegten 600-Watt-Grenze, bis zu der die Einordnung als Elektrofahrrad gilt. Bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h und 600 Watt müssten die E-Boards laut Straßenverkehrsordnung (StVO) eigentlich als Elektrofahrrad gelten und dementsprechend mit zwei Bremsen, einer Klingel, einer Lichtanlage und Reflektoren ausgestattet sein, was aufgrund der Bauart der E-Boards aber nicht der Fall ist.

Zugleich würde die Einordnung als Elektrofahrrad bedeuten, dass man mit den E-Boards nur auf dem Radweg oder der Straße, aber nicht auf dem Gehweg fahren darf. Eine gegenteilige Interpretation der StVO lässt möglicherweise eine Benutzung auf dem Gehweg zu. Dies aber nur, wenn der Fußgängerverkehr dadurch nicht behindert wird und der Fahrer sich in angemessener Geschwindigkeit fortbewegt.

Im Oktober 2015 hieß es seitens des Verkehrsministeriums, dass Hoverboards „Kleinfahrzeuge zur Verwendung außerhalb der Fahrbahn“ seien, die überall dort, „wo man auch mit einem altertümlichen Skateboard fahren dürfte“, eingesetzt werden könnten: z. B. in Funparks oder in Wohn- und Spielstraßen.

Fazit: Es gibt Klärungsbedarf seitens des Gesetzgebers

Eine rechtlich eindeutige Einordnung von Hoverboards (E-Boards, Self Balance Boards) gibt es derzeit noch nicht. Möchte man zu 100 % auf der sicheren Seite sein, bleibt wahrscheinlich derzeit nur, auf die Verwendung dieser Boards auf Gehsteigen, in Fußgängerzonen und auf öffentlichen Straßen und Flächen, auf denen die Straßenverkehrsordnung gilt, zu verzichten.

Wie sind E-Bikes und E-Boards versichert?

In der Regel enthalten viele Haushaltsversicherungen eine private Haftpflichtversicherung, die zum Tragen kommt, wenn Sie z. B. mit Ihrem E-Bike oder einem E-Board einer anderen Person einen Schaden zufügen. Aber Achtung: Auch hier gilt, dass die Motorleistung 600 Watt und die Höchstgeschwindigkeit 25 km/h nicht überschreiten darf.

Mittlerweile gibt es auf dem Markt auch separate Haftpflicht- und Kaskoversicherungen für E-Bikes.

Sollten Sie sich selbst beim Fahren mit einem E-Bike oder E-Board, etc. verletzen, hilft eine private Unfallversicherung. Warum der gesetzliche Schutz nicht unbedingt ausreichend ist, können Sie in unseren Blog-Beiträgen zu den Themen Familienunfallversicherung oder Freizeitunfall nachlesen.

 

Autor: Keine Sorgen Blog/ Heike Peuser